Das US-Konsulat in Istanbul.

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Ankara – Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat wegen Terrorvorwürfen eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren für einen türkischen Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul gefordert. Sie forderte am Dienstag in ihrem Abschlussplädoyer eine Verurteilung wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Für die Vorwürfe der Spionage und des versuchten Umsturz der Regierung soll der Angeklagte dagegen freigesprochen werden. Der nächste Verhandlungstag, an dem auch das Urteil erwartet wird, ist demnach der 11. Juni. Der Konsulatsmitarbeiter wies alle Vorwürfe zurück.

Er war im Oktober 2017 verhaftet worden, wegen angeblicher Verbindungen zum in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen. Die türkische Führung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Seine von Ankara als Fetö bezeichnete Bewegung gilt in der Türkei als Terrororganisation. Die Festnahme von Konsulatsangestellten hatte 2017 die Beziehungen zwischen Washington und Ankara belastet. (APA, 10.3.2020)