Der Vater von Aylan Kurdi bei einem Interview 2020.

Foto: REUTERS / AZAD LASHKARI

Mugla – Rund viereinhalb Jahre nach dem Tod des syrischen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi hat ein Gericht in der Türkei drei Männer wegen Mordes zu Haftstrafen von je 125 Jahren verurteilt. Das Gericht in der südwestlichen Stadt Mugla warf den Männern "Mord mit möglichem Vorsatz" im Falle des damals drei Jahre alten Alan und vier weiterer syrischer Flüchtlinge vor, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag berichtete.

Die drei Männer waren zuvor in der südlichen Stadt Adana festgenommen worden. Die Nationalität der Täter war zunächst nicht bekannt.

Bereits 2016 zwei Schlepper verurteilt

Bereits 2016 hatte ein Gericht in der Türkei in dem Fall zwei syrische Schlepper wegen Menschenschmuggels zu jeweils vier Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Fall des dreijährigen Alan hatte 2015 weltweit für Entsetzen gesorgt. Der Bub war Anfang September tot an den Strand des Urlaubsortes Bodrum gespült worden. Bei einem Bootsunglück in der türkischen Ägäis waren fünf Flüchtlinge umgekommen, darunter neben Alan auch dessen Bruder und Mutter. Die Familie hatte versucht, von der Türkei aus in die EU zu gelangen. Das Foto des toten Alan wurde zum weltweiten Symbol für das Leid der Flüchtlinge.

Derzeit versuchen erneut Tausende Migranten über die Türkei in die EU zu gelangen. An der Grenze zu Griechenland war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen. (APA, 13.3.2020)