Ronaldinho bleibt in U-Haft.

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Brasiliens Ex-Weltfußballer Ronaldinho bleibt wegen seiner Fake-Pass-Affäre vorerst im Gefängnis. Ein Berufungsgericht wies am Freitag einen erneuten Antrag der Anwälte auf Freilassung des ehemaligen Weltfußballers zurück. Zwei Tage zuvor hatte bereits ein anderes Gericht einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution oder auf Hausarrest abgelehnt.

Haftgründe

Ronaldinho war ebenso wie sein Bruder Roberto Assis nach seiner Einreise in Paraguay mit gefälschten Ausweisen verhaftet worden. Beide sitzen nach Angaben von Ronaldinhos Anwälten in einer kargen Gefängnis-Kaserne der Nationalpolizei in Paraguays Hauptstadt Asuncion.

"Die Fluchtgefahr und das Risiko der Behinderung der Ermittlungen, die die Grundlage der Haftmaßnahme gegen die Brüder Assis Moreira bilden, haben sich nicht geändert", teilten die Richter des Berufungsgerichts mit. Laut Staatsanwalt Federico Delfino seien bereits 16 Personen in den Skandal um gefälschte Pässe verwickelt.

Häfenkick

Ronaldinho vertreibt sich unterdessen die Zeit mit seiner Lieblingsbeschäftigung: Fußball. Der Brasilianer ließ es sich nicht nehmen, bei einem Kick im Gefängnis mitzuspielen. Zur Freude seiner Teamkollegen: Denn Ronaldinhos Team gewann 11:2 und der Ex-Weltfußballer steuerte fünf Tore und sechs Assists bei.

Team gewann mit 11:2, Ronaldinho selbst erzielte fünf Tore und sechs Assists. Zur Belohnung soll es für seine Mannschaft ein 16 Kilogramm schweres Spanferkel gegeben haben.

Hintergrund

Ronaldinho und sein Bruder waren am Mittwoch vergangener Woche mit gefälschten Papieren, die ihnen die paraguayische Staatsbürgerschaft bescheinigten, in Asuncion eingereist. Die Dokumente wurden aber erst Stunden später im Hotel von der Polizei einkassiert. Nach einer ersten Vernehmung waren die Geschwister noch auf freien Fuß gelassen worden, einen Tag später veranlasste ein Richter dann die Verhaftung.

Ronaldinho und seinem Bruder waren im November 2018 in Brasilien die Reisepässe entzogen worden. Hintergrund war eine nicht geleistete Strafzahlung von umgerechnet 2,25 Millionen Euro. Diese Strafe war laut brasilianischen Medienberichten verhängt worden, weil sie bei der Bebauung eines Grundstücks in Porto Alegre massive Umweltschäden verursacht haben sollen. (sid, 14.3.2020)