Julian Assange.

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Mit der Coronavirus-Pandemie und den ergriffenen Gegenmaßnahmen ist die bisher jeden Mittwoch abgehaltene Mahnwache für den inhaftierten WikiLeaks-Gründer Julian Assange vom Wiener Stephansplatz in Soziale Medien abgewandert. Die erste der virtuellen Wiener #Candles4Assange-Mahnwachen findet heute, Mittwoch, um 17.00 Uhr statt, teilte der Österreichische Journalisten Club in einer Aussendung mit.

Assange sitzt zurzeit in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis. Die USA haben einen Auslieferungsantrag gesellt. Die US-Justiz wirft ihm nämlich vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning – damals Bradley Manning – geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen dem gebürtigen Australier bis zu 175 Jahre Haft.

Assange bestreitet Vorwürfe

Assange bestreitet die Vorwürfe und wehrt sich gegen eine Auslieferung. Seinen Anwälten zufolge sind die Anklagepunkte konstruiert, um an Assange ein Exempel zu statuieren. Sie sehen in dem Verfahren einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und fordern seine Freilassung. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten unter anderem zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-Soldaten geführt.

Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden aber später eingestellt. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt. (APA, 18.3.2020)