Youtube drosselt.

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Nach Netflix reduziert nun auch der Youtube in Europa seine Übertragungsqualität. Um die Belastungen des Netzes in Zeiten verstärkter Heimarbeit, Ausgangssperren und geschlossener Schulen während der Coronavirus-Pandemie zu reduzieren, werde die Videoplattform die Datenmengen drosseln, teilte die Google-Tochter am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters mit. Damit reagieren die Unternehmen auf eine Forderung von EU-Industriekommissar Thierry Breton. Er hatte verlangt, ähnliche Maßnahmen zu treffen, um letztlich den Datenverkehr in Europa um etwa ein Viertel zu reduzieren.

"Gerüstet"

Die Deutsche Telekom betont, dass ihre Netze für ein höheres Datenvolumen und mehr Telefonate in der Coronavirus-Krise gerüstet sind. Einer ähnlichen Auffassung sind auch österreichische Mobilfunker. Allerdings zeigt das vorliegende Zahlenmaterial, dass seit Anfang der Quarantäne der Datenverbrauch durch Homeoffice und Streaming deutlich zugenommen hat. Dies hat wiederum die Politik dazu veranlasst, Druck auf die Anbieter zu machen, um nicht essentielle Dienste zurückzufahren, und so einer möglichen Überlastung zuvorzukommen.

Streaming macht schon zu normalen Zeiten einen erheblichen Teil des Datenverkehrs im Internet aus. In Zeiten der Quarantäne nimmt die Nachfrage nach Youtube, Netflix und Co aber weiter zu, da viele andere Freizeitoptionen derzeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Experten betonen aber immer wieder, dass die Gefahr, dass Streams das Homeoffice beeinträchtigen etwas überzogen ist. Immerhin sind dies zwei Aktivitäten, die üblicherweise zu unterschiedlichen Tageszeiten stattfinden.

Reduktion

Konkret wird Youtube sämtliche Videos für zunächst 30 Tage von Haus aus in SD-Qualität ausstrahlen. Der entscheidende Punkt dabei ist allerdings die Formulierung "von Haus aus". Manuell wird man nämlich sehr wohl noch höhere Auflösungen einstellen können. Trotzdem dürfte dies zu einer massiven Reduktion des von Youtube generierten Datenvolumens führen. Immerhin verändern viele Nutzer die Default-Einstellungen nicht, und es gibt auch Ausgabegeräte, wo dies überhaupt nur sehr mühsam möglich ist. (red/Reuters, 20.3.2020)