20 Jahre nach dem Start ist Telering nun Geschichte.

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Aus für die Marke Telering: Der Mobilfunker geht mit am Montag in der Marke Magenta auf. Seine Homepage ist bereits nicht mehr online. Eine Abschiedsparty von ehemaligen Mitarbeiter und Fans des Mobilfunkers musste abgesagt werden. Für Bestandskunden ändert sich nichts, die Verträge, SIM-Karten und Rufnummern bleiben gleich.

"Weg mit dem Speck"

Als Telering am 26. Mai 2000 mit seinem Mobilfunkangebot on air ging, waren viele Branchenkenner skeptisch. Fünf Jahre später hatte der damals kleinste Mobilfunker mit einer aggressiven Preis- und Werbepolitik ("Weg mit dem Speck") kräftig zugelegt und bei der Konkurrenz für Stirnfalten gesorgt. Besonders bei Studenten war Telering enorm populär.

2006 wurde Telering schließlich um 1,3 Milliarden Euro von Magenta, damals noch T-Mobile, gekauft. Als Telering-Chef agierte damals Michael Krammer, der heute den Diskonter Hot leitet, der seit seinem Start im Jänner 2015 über 930.000 Kunden gewinnen konnte.

T-Mobile kaufte UPC

Im Mai des Vorjahrs gab dann Magenta die Integration des ebenfalls übernommenen Kabelnetzanbieters UPC bekannt. Der Wiener Platzhirsch bei Kabelanschlüssen für TV und Internet wurde Ende 2017 von den Deutschen erworben. Die Umwandlung von T-Mobile und UPC in Magenta ließ sich die Deutsche Telekom nach Eigenangaben knapp 20 Millionen Euro kosten.

Wirtschaftlich macht das Ende von Telering Sinn, da der Billiganbieter mit Hot einen starken Konkurrenten im eigenen Netz hatte. So kann sich Magenta um seine Kernmarke kümmern, auch bringen die Telering-Kunden vergleichsweise wenig Geld in die Kassa. Magenta verspricht, "preisbewusste" Neukunden mit dem Tarif "Hi! Magenta" zu adressieren.

Übernahmen

Der Kauf des Diskonters Telering durch T-Mobile war nicht die erste Marktbereinigung in Österreich. Im Februar 2012 war Orange an der Reihe. Konzernmutter France Telecom brauchte Geld – und der chinesische Mischkonzern Hutchison mit seiner Österreich-Tochter "3" hatte es. Für 1,3 Milliarden Euro übernahm die Nummer vier auf dem Markt die Nummer drei. (Markus Sulzbacher, 22.3.2020)