Kreativchefin Miuccia Prada, hier im Herbst 2018 nach einer Show

Foto: AP Photo/Antonio Calanni

Rom – Wegen der Coronavirus-Epidemie in Italien stellen auch bekannte Modemarken ihre Produktion um. So startet der Mailänder Luxuskonzern Prada mit der Produktion von 80.000 Arztmänteln und 110.000 Atemschutzmasken für die Sanitäter der Region Toskana. Das Material wird in einer Prada-Fabrik nahe Perugia hergestellt.

Auch der Autobauer Fiat Chrysler (FCA) wird in einem seiner italienischen Produktionswerke Atemschutzmasken herstellen. Dies berichtete der Chef des italo-amerikanischen Autobauers Mike Manley in einem Schreiben an die Mitarbeiter, wie die Gewerkschaften am Montag berichteten. Ziel sei es, in den kommenden Wochen die Produktion auf eine Million Atemschutzmasken aufzustocken.

Mundschutzmasken statt Kleider

Auch die italienische Textilgruppe Miroglio, die für ihre Mode im gehobenen Segment bekannt ist, verzichtet in diesen Tagen auf Kleiderproduktion und stellt Mundschutzmasken her. 10.000 Masken wurden dem italienischen Zivilschutz bereits geliefert, die Produktion soll in wenigen Tagen auf 600.000 aufgestockt werden. Eine Million Mundschutzmasken wurden bei dem Unternehmen inzwischen bestellt.

In dem von der Coronavirus-Epidemie besonders belasteten Italien sind Atemschutzmasken besonders gefragt. Die in Neapel lebende chinesische Gemeinschaft schenkte dem Bürgermeister der Vesuvstadt, Luigi De Magistris, 3.000 Atemschutzmasken und Packungen von Desinfizierungsmittel. Der Bürgermeister ließ das Material an Hausärzte verteilen. (Apa, red, 23.3.2020)