Bertelsmann-Konzernchef Thomas Rabe.

Foto: Reuters, Fabrizio Bensch

Gütersloh – Der deutsche Medienriese Bertelsmann sieht sich mit einem Rekordgewinn im Rücken gut gewappnet, um die Folgen der Coronavirus-Krise abzufedern. Das Ergebnis (operating EBITDA) kletterte 2019 auf 2,9 (Vorjahr: 2,6) Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 18 Mrd. Euro. "Bertelsmann ist gut gerüstet", sagte Konzernchef Thomas Rabe am Dienstag.

"Wir sind ertragsstark, verfügen über eine hohe Liquidität, eine komfortable Eigenkapitalquote." Mit der breiten Aufstellung der Geschäfte "sind wir weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen und können weiter in unsere Zukunft investieren, ohne an die Substanz zu gehen."

Teil der kritischen Infrastruktur

Allen Medien komme in dieser außergewöhnlichen Situation gesellschaftliche und systemrelevante Bedeutung zu, betonte Rabe. "Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur in Deutschland, die es gerade jetzt aufrechtzuerhalten und zu unterstützen gilt." Man informiere seriös und unterhalte Millionen von Menschen, die sich zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung "nie dagewesenen Einschnitten in ihr Privat- und Berufsleben ausgesetzt sehen."

Bertelsmanns europäische TV-Tochter RTL Group hatte jüngst bereits angekündigt, sie spüre negative Folgen der Epidemie. "Wir registrieren die ersten Stornierungen für Werbebuchungen und Auswirkungen auf Produktionen", hatte Rabe gesagt, der auch RTL-Chef ist. (Reuters, 24.3.2020)