Cliver Alcalá, hier auf einem US-Fahndungsplakat, ist seit Maduros Amtsantritt 2013 in Pension.

Foto: AP/Department of Justice

Caracas/Washington – Nach seiner Anklage wegen Drogenschmuggels hat sich der ehemalige venezolanische General Cliver Alcalá in Kolumbien den US-Behörden gestellt. Er habe Kontakt zur Botschaft der Vereinigten Staaten in Bogotá gesucht und erste Aussagen gemacht, berichtet die Zeitung "El Tiempo".

Laut einem Bericht des Fernsehsenders Caracol wurde er von Barranquilla an der Karibikküste in die USA ausgeflogen, wo er als Kronzeuge gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aussagen soll.

Kopfgelder in Millionenhöhe

Der sozialistische Staatschef und mehrere hochrangige Politiker und Militärs aus seinem engsten Umfeld waren zuletzt in den USA wegen Drogenschmuggels und Geldwäsche angeklagt worden. Das Außenministerium setzte Kopfgelder in Millionenhöhe auf die Verdächtigen aus. Unter den Angeklagten war auch Ex-General Alcalá.

Der 58-Jährige lebte seit zwei Jahren in Barranquilla. Er versteht sich als Gegner der Maduro-Regierung und plante nach eigenen Angaben eine Staatsstreich in Venezuela. Zuletzt beschlagnahmten die kolumbianischen Sicherheitskräfte eine Waffenlieferung, die laut Alcalá für eine geheime Kommandoeinheit vorgesehen war. Der venezolanische Oppositionsführer Juan Guaidó und US-Berater seien in die Pläne eingeweiht gewesen, sagte er kürzlich in einem auf Twitter veröffentlichten Video. (red, 26.3.2020)