Champions-League-Sieger FC Liverpool verzichtet nach einem Sturm der Entrüstung in der Corona-Krise nun doch auf das Notfallprogramm der britischen Regierung. Das gab Liverpool-Chef Peter Moore in einem auf der Vereinshomepage veröffentlichten Brief an die Fans bekannt. "Wir glauben, dass wir letzte Woche zu dem falschen Schluss gekommen sind", heißt es in dem Schreiben.

Der Klub hatte einige Angestellte in Kurzarbeit bzw. Zwangsurlaub ("furlough") geschickt und dafür viel Kritik geerntet. Dafür sei das "Furlough"-Programm nicht geschaffen worden. "Das widerspricht der Moral und den Werten dieses Klubs, wie ich sie kennengelernt habe", twitterte der deutsche Ex-Spieler Dietmar Hamann.

Liverpool rudert zurück.
Foto: Reuters/Cairnduff

Ein anonym bleibender Mitarbeiter des Klubs sagte der BBC: "Der Klub bezeichnet die Mitarbeiter als Familie. Ich fühle mich nicht wie ein Familienmitglied. Warum nutzt ein Klub, der mehr als 100 Millionen Pfund umsetzt, ein Regierungsprogramm für seine Mitarbeiter, wenn andere Unternehmen es mehr brauchen?"

Das Notfallprogramm garantiert rückwirkend ab dem 1. März zunächst für drei Monate 80 Prozent des Gehalts bis zu einer Höhe von 2.500 Pfund im Monat (2.800 Euro). "Unsere Absicht war und ist sicherzustellen, dass die gesamte Belegschaft in dieser beispiellosen Zeit so weit wie möglich vor Entlassung und/oder Verdienstausfall geschützt wird", so Moore. Nun sei man bestrebt, "alternative Betriebsmethoden zu finden, während keine Fußballspiele ausgetragen werden, um sicherzustellen, dass wir nicht das staatliche Hilfsprogramm beanspruchen". (sid, 7.4.2020)