Facebook plant offenbar, die Einkommensverhältnisse seiner Nutzer zu schätzen.

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Dass Facebook recht neugierig ist, wenn es darum geht, Informationen über seine Nutzer zu bekommen, ist keine Weltneuheit. Die Datengrundlage liefern viele User als Gegenleistung zur Verwendung des weltgrößten Social Networks.

Der Konzern plant nun offenbar, eine weitere Datenebene zu erschließen, wie ein kürzlich genehmigter Patentantrag zeigt. Und zwar will er herausfinden, wie viel man verdient.

Drei-Klassen-Usergesellschaft

"Socioeconomic group classification based on user features" ist das Dokument in der Datenbank des US-Patentbüros betitelt. Es geht also übersetzt um die "Klassifizierung der sozioökonomischen Gruppe" der einzelnen Nutzer. Gelingen soll das basierend auf Informationen, die die User von sich selbst preisgeben. Darunter fallen etwa Dinge wie Alter, Geschlecht, Interessen, Bildungsweg oder Arbeitgeber, sofern im Profil vermerkt.

Einbezogen werden auch Geräte, die zum Aufruf der Seite genutzt werden oder aus Postings ablesbare Informationen wie Standorte. Eine darauf trainierte KI soll somit ganz ohne konkreter Einkommenseingaben einordnen, ob man zur Arbeiterklasse, Mittelklasse oder den Zirkel der Reichen gehört.

Für Werbezwecke

Dienen soll die errechnete Erkenntnis einmal mehr dem Businessmodell von Facebook. Nutzer sollen "gesponserte Inhalte" oder Werbung dann auch basierend auf ihrem vermutlichen Einkommen eingeblendet werden können. Ob und wann dieser Mechanismus zum Einsatz kommen wird, ist bislang nicht bekannt. (gpi, 09.04.2020)