Die Sojus-Rakete legte einen Bilderbuchstart hin.
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Baikonur – Sicherheit ist alles dieser Tage, das gilt auch in der Raumfahrt. So hat der Start der neuen Crewmitglieder der ISS unter beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden: Die beiden russischen Kosmonauten Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der NASA-Astronaut Christopher Cassidy hatten mehr als einen Monat in Quarantäne verbracht, um sicherzustellen, dass das Covid-19 auslösende Coronavirus nicht auch auf der Weltraumstation eingeschleppt wird.

Die russische Weltraumbehörde Roskosmos hatte die ohnehin schon hohen Sicherheitsvorschriften wegen der Pandemie noch einmal deutlich verschärft. Die Raumfahrer mussten auch auf übliche Rituale wie einen Besuch an der Kremlmauer in Moskau verzichten und durften sich nicht persönlich von ihren Familien verabschieden. Roskosmos hat zwar nach eigenen Angaben innerhalb der Behörde einige mit dem Coronavirus infizierte Mitarbeiter. Allerdings hatte Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin erklärt, dass niemand von ihnen zu den Raumfahrern Kontakt gehabt habe.

Die neue ISS-Crew von links nach rechts: Christopher Cassidy, Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner.
Foto: AP/Roskosmos

Der Start selbst verlief bilderbuchmäßig. Die Sojus-Rakete hob vom Weltraumbahnhof Baikonur bei sonnigem Wetter um 10.05 Uhr ab, Roskosmos und die NASA übertrugen den Start live im Internet. Die Flugzeit war auf gut sechs Stunden angelegt.

Geplant ist, dass die neue Besatzung 196 Tage bis Oktober auf der ISS bleibt. Das im Moment auf der ISS lebende Team der 62. Mission mit den US-Raumfahrern Andrew Morgan, Jessica Meir und dem Kosmonauten Oleg Skripotschka soll am 17. April wieder zur Erde zurückkehren. (red, APA, 9. 4. 2020)

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