Phyllis Lyon (links) mit ihrer Ehefrau Del Martin.

Foto: ap /Eric Risberg

San Francisco – Die amerikanische Frauenrechtlerin Phyllis Lyon ist tot. Die Aktivistin, die sich seit den 1950er-Jahren für die Rechte von Lesben und Schwulen einsetzte, starb am Donnerstag in ihrem Haus in San Francisco, wie der kalifornische Senator Scott Wiener mitteilte. Sie wurde 95 Jahre alt.

Lyon und ihre langjährige Partnerin Del Martin waren 2004 als erste Lesben in den Vereinigten Staaten getraut worden. "Ihr Mut hat die Geschichte verändert", würdigte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom die Verdienste der Frauenrechtlerin.

Als damaliger Bürgermeister von San Francisco hatte Newsom dort grünes Licht für die Ehe für alle gegeben. Tausende Ehen wurden aber später gerichtlich annulliert. Zusammen mit anderen Paaren zogen Martin und Lyon dagegen erfolgreich vor Gericht.

Erste lesbische Bürgerrechtsorganisation

2008 konnten sie die Legalisierung der Ehe für alle in Kalifornien feiern, das Paar gab sich erneut das Ja-Wort. Sie waren zu diesem Zeitpunkt 55 Jahre miteinander liiert. Martin starb wenige Monate nach der Trauung im Alter von 87 Jahren.

Zusammen hatten Lyon und Martin 1955 den Verein Daughters of Bilitis (DOB) als erste lesbische Bürgerrechtsorganisation mitbegründet. In den 60er-Jahren engagierten sie sich in der Nationalen Organisation für Frauen (NOW). (APA, dpa, 10.4.2020)