Auf Drohnenfotos vom Donnerstag sieht man Arbeiter in Schutzanzügen Kiefernsärge auf Hart Island in Gräbern versenken.

Foto: REUTERS

Bilder aus New York erregen angesichts der Corona-Krise derzeit weltweit Aufsehen. Die vom Virus besonders stark betroffene US-Metropole hatte angekündigt, temporäre Friedhöfe unter anderem in Parks anzulegen. Eine solche zwischenzeitliche Grabstätte entsteht derzeit auf der Insel Hart Island im Stadtteil Bronx. Die Stadt nutzte die Insel bereits in den vergangenen 150 Jahren für Gräber für anonyme, mittellose oder Verstorbene ohne Hinterbliebene, die sich um eine Beerdigung hätten kümmern können. Die Arbeiten am dortigen Potter's Field werden üblicherweise von Gefängnisinsassen ausgeführt, wurden aber seit der Corona-Krise mithilfe von externem Personal massiv ausgeweitet.

Bürgermeister Bill de Blasio hatte zuletzt festgestellt, dass "temporäre Beerdigungen" für die Dauer der Krise notwendig sein werden und Hart Island als Ort dafür naheliegend sei. Seine Sprecherin hatte zudem gegenüber der "New York Post" gesagt, es sei wahrscheinlich, dass am Virus verstorbene Menschen in den kommenden Tagen dort beerdigt würden.

Drohnenfotos

Auf Drohnenfotos von Donnerstag sind Arbeiter in Schutzanzügen zu sehen, die Kiefernsärge in eine frisch ausgehobene Grube heben. Mehr als 40 Särge sollen es gewesen sein. Ob tatsächlich alle Verstorbenen mit dem Coronavirus infiziert waren, ist aber unklar. Üblicherweise werden dort einmal in der Woche rund 20 Verstorbene beigesetzt, nun finden Beerdigungen an fünf Tagen der Woche statt. US-Medien berichten von Kühltransportern vor Ort.

Der gesamte Bundesstaat New York zählt mehr Corona-Fälle als alle anderen US-Bundesstaaten, Tendenz steigend. Es gibt bereits über 5.000 Tote. In den USA sind insgesamt bisher rund 16.500 Menschen nach einer Infektion gestorben und laut der Johns-Hopkins-Universität fast eine halbe Million infiziert. US-Präsident Donald Trump sieht die USA aber bereits jetzt schon auf dem Höhepunkt der Corona-Krise. (red, 10.4.2020)