Die Corona-Krise wird die Arbeitswelt neu ordnen.

Getty Images

Vier Wochen Erfahrung mit Homeoffice und Zusammenarbeit mittels verschiedener Videowerkzeuge, der Außendienst via Link bei Kunden. Popschikratzen und Halbnackte im Bild, während die Kamera noch an ist, Nasenbohren, weil man denkt, man sei gar nicht im Bild – all das, was so lustig auf Youtube zu sehen war, legt sich gerade. Auch wenn es nicht immer angenehm ist: Getrennt zu arbeiten, nur via Bild und Ton verbunden, wird gerade gut gelernt. Was wird davon bleiben? Gewerbeimmobilienbesitzern schwant schon, dass die neue Ordnung nicht mehr so sein wird wie die alte. Daran wird auch in Unternehmen gearbeitet: Was können wir aus den Krisenzeiten behalten? Kurz gesagt lautet die Frage wohl, was der Bilanz zweckdienlich sein könnte. Zudem wird gerade genau eingeteilt, wer systemrelevant, wer entbehrlich, wer weiterhin brauchbar sein kann. Dass alles zum Zustand vor Corona zurückkehrt, ist undenkbar. Dazu ist auch der in den vergangenen Wochen erzwungene Digitalisierungsschritt zu groß. Da wird es keinen Rückbau geben, wo er nicht unbedingt sein muss.

Auch wenn das Abgewöhnen der bei Führungskräften überaus beliebten Präsenzkultur (es arbeitet, wer sichtbar anwesend ist) langwieriger sein dürfte. Grundsätzlich stellt das einige Managementpositionen in der Mitte der Hierarchien infrage. Arbeitsverteilung wird dann so nicht mehr nötig, Kontrollfunktion übernimmt zunehmend der Output.

Wahrscheinlich beschleunigt das auch den Bau von Organisationen, die über eine kleinere fixe Stammbelegschaft und über ein größeres Heer an lose angebundenen Freien, projektweise beschäftigten Menschen, verfügen. Das rüttelt an allen bekannten Sicherheiten, das fordert Sozialversicherungssysteme neu. (16.4.2020)