Die im Verbund Opec+ vereinigten Öl-Länder haben sich am Donnerstag nach zähem Ringen auf eine neue Förderbremse verständigt.

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Washington/Mexiko-Stadt – Nach der Einigung der Opec und ihrer Partner (Opec+) auf eine Förderbremse signalisieren die USA dem Verbund überraschend ein Entgegenkommen in Kooperation mit Mexiko. Die USA würden Mexiko dabei unterstützen, die von der Opec+ bei dem südlichen Nachbarn angemahnten Förderkürzungen umzusetzen, sagte US-Präsident Donald Trump am Freitag. Mexiko werde die USA dann zu einem späteren Zeitpunkt "entschädigen". Details würden noch ausgearbeitet. Es sei auch noch unklar, ob dieser Vorschlag von den anderen Ölförderländern akzeptiert werde. Mit dem mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador habe er darüber ein "großartiges Gespräch" gehabt.

Lopez Obrador hatte kurz zuvor mit der Ankündigung überrascht, die USA würden einen Teil Kürzungen übernehmen, zu denen Mexiko aufgefordert wurde. Trump habe "großzügigerweise" angeboten, die US-Produktion um 250.000 Barrel pro Tag zusätzlich zu reduzieren, um Mexiko bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen zu unterstützen. "Präsident Trump ist auf uns zugekommen", sagte Lopez Obrador vor Journalisten.

Kostspielige Schiefergas-Industrie

Trump hatte sich in der Vergangenheit gegen staatlich koordinierte Produktionseinschnitte bei US-Produzenten gesperrt. Zugleich ist er aber ein Verfechter weltweiter Förderkürzungen, da die kostspielige Schiefergas-Industrie der USA besonders stark von einem hohen Ölpreis abhängig ist.

Die im Verbund Opec+ vereinigten Öl-Länder hatten sich am Donnerstag nach zähem Ringen auf eine neue Förderbremse verständigt. Damit wollen sie dem Preisrutsch ihres wichtigen Exportguts Einhalt gebieten. Die Staatengruppe, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells Opec unter Führung Saudi-Arabiens weitere Staaten wie Russland gehören, einigte sich auf eine Kürzung der Tagesproduktion um zehn Millionen Barrel (je 159 Liter).

Dies entspricht etwa zehn Prozent des weltweiten Angebots. Ob die Vereinbarung umgesetzt wird, hing zuletzt aber noch davon ab, dass sich Mexiko ihr anschließt. Auch ein Beitrag der USA galt als entscheidend. (Reuters, 10.4.2020)