Freigelassene Taliban in der afghanischen Hauptstadt Kabul am 8. April 2020.

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Kabul – In Afghanistan haben die radikal-islamischen Taliban die Freilassung der ersten gefangengenommenen Sicherheitskräfte der Regierung angekündigt. Zwanzig Gefangene würden noch am Sonntag freikommen, teilte ein Sprecher der Taliban per Twitter mit. Sie würden dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in Kandahar übergeben.

Die afghanische Regierung hat bereits am Samstag weitere 100 inhaftierte Taliban freigelassen. Das teilte der Nationale Sicherheitsrat am Sonntag mit. Sie hätten sich verpflichtet, nicht mehr an Kämpfen teilzunehmen. Freigelassen worden seien Taliban abhängig von Gesundheitszustand, Alter und verbleibender Haftstrafe.

Freilassungen als Bedingung für Friedensgespräche

Seit Mittwoch hat die Regierung damit insgesamt 300 Taliban auf freien Fuß gesetzt. Eine weitere Gruppe sollte nach Angaben eines Sprechers noch am Sonntag folgen. Die genaue Zahl war zunächst unklar.

Der Gefangenenaustausch war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche in ein Abkommen aufgenommen worden, das die USA mit den Taliban am 29. Februar in Doha unterzeichnet hatten. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt worden, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr abgelehnt hatten. Bis zu 5.000 inhaftierte Taliban sollten im Tausch gegen 1.000 von der militant-islamistischen Gruppe festgehaltene Gefangene freikommen.

Seit Wochen herrscht Streit um die Umsetzung. Präsident Ashraf Ghani hatte vor mehreren Wochen angeordnet, nicht alle Kämpfer auf einmal freizulassen. (APA, 12.4.2020)