VW fährt die Produktion Anfang nächster Woche wieder hoch, auch in Zwickau, wo der neue Elektro-Hoffnungsträger ID.3 vom Band läuft.

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Volkswagen fährt die Fahrzeugproduktion in Deutschland nach mehrwöchiger Zwangspause in der Corona-Krise europaweit schrittweise wieder hoch. Den Auftakt sollen die VW-Werke in Zwickau und Bratislava am kommenden Montag machen, wie die Wolfsburger am Mittwoch mitteilten. Eine Woche später sollen die übrigen deutschen Produktionsstätten sowie die Fertigung in Portugal, Spanien, Russland und den USA folgen. Im Mai solle dann sukzessive auch in Südafrika, Argentinien, Brasilien und Mexiko wieder produziert werden.

VW hatte – wie andere Hersteller auch – die Bänder in der zweiten Märzhälfte angehalten, weil in der Pandemie die Versorgung der Werke mit Teilen abriss und die Ansteckungsgefahr die Konzerne dazu zwang, ihre Fabriken dichtzumachen. Zehntausende Mitarbeiter wurden daraufhin in Kurzarbeit geschickt.

Auch Audi und Daimler werden am Montag die Produktion zumindest wieder schrittweise hochfahren.

Porsche wartet noch ein paar Wochen

Anders läuft die Planung bei Sportwagenbauer Porsche. Dort werden die Werke in der kommenden Woche noch nicht wieder anlaufen. Die Produktion im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und in Leipzig bleibe eine weitere Woche ausgesetzt, sagte ein Sprecher der VW-Tochter am Donnerstag. Es gebe weiterhin Engpässe bei den globalen Lieferketten, die einen geordneten Wiederanlauf nicht zuließen.

Porsche hatte die Produktion vor knapp vier Wochen heruntergefahren. Über die notwendigen Schritte werde wöchentlich neu entschieden, hieß es.

Gebrauchtwagenmarkt lässt ebenfalls nach

Neben Problemen in der Produktion kiefeln die Hersteller auch am wegbrechenden Absatz aufgrund von wochenlang geschlossenen Händlern. Zudem ist die Nachfrage nach Neuwagen derzeit eher mau. Und nicht nur das, auch der Gebrauchtwagenmarkt lässt nach, zeigt eine Untersuchung der Statistik Austria.

Die Zahl der Zulassungen sackte gegenüber dem Vorjahresmonat um fast die Hälfte (48,7 Prozent) ab, geht aus den aktuellen Zahlen hervor. Bei Neuwagenverkäufen gab es ein Minus von 66,7 Prozent.

Im gesamten ersten Quartal gingen die Pkw-Gebrauchtzulassungen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16,6 Prozent auf 172.349 Stück zurück. In den ersten beiden Monaten lagen sie noch im Plus – im Jänner mit 3,7 Prozent, im Februar nur noch ganz knapp mit 0,1 Prozent.

Zulassungsstellen geschlossen

Von einem niedrigen Niveau ausgehend spürbar stärker nachgefragt waren lediglich gebrauchte Autos mit Alternativantrieb (Anteil von zwei Prozent) – hier gab es heuer in den ersten drei Monaten um gut ein Viertel (26,2 Prozent) mehr Zulassungen als noch vor einem Jahr. Der Rückwärtsgang wurde hingegen bei gebrauchten Dieselautos (Anteil: 61,4 Prozent) mit einem Minus von 17,1 Prozent eingelegt, ebenso bei den Benzinern inklusive Flex-Fuel (Anteil: 36,6 Prozent) mit einem Minus in etwa gleicher Dimension (17,3 Prozent).

Und das ist auch der spannendste Punkt, denn die Rückläufe an den Anmeldungen basieren zum großen Teil auch darauf, dass die Zulassungsstellen mehrere Wochen des ersten Quartals des Jahres ja komplett geschlossen waren. (glu, APA, 16.4.2020)