Ceconomy hat zu kämpfen.

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Die kriselnde Elektronikhandelsholding Ceconomy verzeichnet wegen der Auswirkungen der Corona-Krise einen deutlichen Umsatzrückgang und schreibt einen operativen Verlust. Der Mutterkonzern der Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn verbuchte für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 einen Rückgang des währungs- und portfoliobereinigten Umsatzes von rund 6,6 Prozent, wie Ceconomy am Freitag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Der operative Verlust (bereinigtes Ebit) werde bei rund 131 Millionen Euro liegen – vor Jahresfrist schrieb Ceconomy hier noch einen Gewinn von 26 Millionen Euro. Vor allem im März verzeichneten die Düsseldorfer Rückgänge.

Prognosen gekippt

Ceconomy leidet wie andere Handelskonzerne auch massiv unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Erst Mitte März hatte der Ceconomy-Vorstand die Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 gekippt. Filialen von Media Markt und Saturn sind in zahlreichen europäischen Ländern vorerst geschlossen. Der Verkauf über die Online-Shops läuft aber weiter.

Hilfe durch den Staat

Angesichts der Belastungen bemüht sich die Holding auch um Hilfe durch den Staat. Der Konzern habe entschieden, eine KfW-Förderung zu beantragen, hatte Ceconomy Ende März erklärt. Angaben zur Höhe machte Ceconomy nicht. Einem Insider zufolge geht es um zwei Milliarden Euro. "Es ist derzeit jedoch völlig unklar, wie lange die Phase bis zur Wiederaufnahme unserer normalen Geschäftstätigkeit dauern wird. Daher haben wir uns entschieden, zusätzlich eine KfW-Finanzierung zu beantragen", hatten die Düsseldorfer erklärt. Es gehe um eine Kreditlinie als Betriebsmittelrahmen, um bestehende Kreditvereinbarungen aufzustocken und so die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu sichern, präzisierten sie nun. In Deutschland bemühen sich Media Markt und Saturn aktuell darum, Verbraucher zumindest auf kleineren Verkaufsflächen wieder in die Läden lassen zu können. (Reuters, 17.4.2020)