Bei Amazon Frankreich steht momentan alles still.

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In Frankreich bleiben sechs Logistikzentren von Amazon nach Angaben des US-Konzerns noch mindestens bis Mittwoch geschlossen. Am Dienstag befasst sich ein Gericht bei Paris mit der Berufung des weltgrößten Online-Händlers gegen Beschränkungen seiner Arbeit in der Coronavirus-Krise. "Wir warten mit Interesse auf die Anhörung in unserem Berufungsverfahren", teilte Amazon am Sonntag mit. Die Mitarbeiter müssten bis mindestens Mittwoch zu Hause bleiben. Bisher hatte Amazon eine Wiedereröffnung am Montag in Aussicht gestellt. Gewerkschaften hatten Amazon mangelnde Hygienemaßnahmen während der Coronavirus-Krise vorgeworfen und gegen den US-Konzern geklagt.

Lieferungen auf wichtige Waren beschränken

Ein französisches Gericht ordnete vergangene Woche an, dass Amazon seine Lieferungen auf wichtige Waren wie Lebensmittel und medizinische Verbrauchsgüter beschränken und Sicherheitsmaßnahmen verstärken müsse. Andernfalls drohe eine Geldstrafe von einer Million Euro pro Tag. Amazon stellte daraufhin den Betrieb in den Logistikzentren ganz ein und erklärte, dass die Definition von wichtigen Waren nicht eindeutig und das Risiko einer Strafe zu groß sei.

Wärmebildkameras bei Unternehmen im Einsatz

Amazon steht auch in den USA unter Druck. Aus mehr als 50 Amazon-Lagern in den USA sind Coronavirus-Fälle gemeldet worden, woraufhin Arbeitnehmervertreter die Schließung von Einrichtungen forderten. Inzwischen setzt Amazon Angestellten zufolge Wärmebildkameras ein, um fiebrige Mitarbeiter zu identifizieren. (Reuters, 19.4.2020)