Fernsehdoktor Phil McGraw stärkt Präsidenten Trump den Rücken.

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In diesen Tagen rumoren gleich zwei Seelen, ach, in Donald Trumps Brust. Die eine, mehr geschäftlich orientierte, will nichts sehnlicher als die USA umgehend wieder "aufsperren". Der anderen, vorsichtigeren, schwant, dass es politisch riskant sein könnte, wenn sich das Coronavirus nach dem "Aufsperren" noch rabiater durch die US- Bevölkerung frisst, als es dies ohnehin tut.

Inkompetente Schwätzer

Zum Glück steht Trump mit seinem Dilemma nicht allein da, sondern er kann sich auf Rat und Tat getreuer Paladine verlassen. So marschieren etwa in Fox News, seinem Leibsender, zahlreiche Doktoren (Dr. Phil, Dr. Oz etc.) auf, um ihre Meinung zum Besten zu geben, und die Meinung ist immer die, dass man es mit diesem hysterischen Corona-Getue nicht übertreiben und sich flott wieder ans Business machen solle. Dass weder Dr. Phil (Psychologe) noch Dr. Oz (Thoraxchirurg) Männer vom virologischen Fach sind, tut nichts zur Sache. Denn: Wer braucht heute schon Experten?

Freilich könnte man es auch anders sehen. Wer mit einem Herzinfarkt zum Zahnarzt oder mit einem Hirnschlag zum Psychiater geht, weil ihm dies geraten wurde, riskiert, dass er schnell in einem Eichensarg und nicht mehr in seinem Bett aufwacht. Die Faustregel lautet: Man soll nicht auf inkompetente Schwätzer und opportunistische Windbeutel hören, schon gar nicht, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Gilt nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt. (Christoph Winder, 20.4.2020)