Fast schon romantisch sieht die Ölförderpumpe in Calgary aus, in diesem Licht. Doch es ist nicht die Romantik, welche die Ölförderländer zusammenrücken lässt, sondern die Angst vor einem weiter sinkenden Ölpreis.

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Die ausbleibende Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie setzt dem Ölpreis weiter zu. Die US-Sorte WTI verliert zeitweise bis zu 21 Prozent auf 14,47 Dollar je Barrel und ist damit so billig wie zuletzt vor 21 Jahren.

Weil die Raffinerien immer weniger Rohöl nachfragen, sind die US-Lagerbestände gefüllt. Da Nordsee-Rohöl, also jenes der Sorte Brent, nicht mit den gleichen Engpässen konfrontiert ist, ging der Brent-Preis moderater zurück – um rund drei Prozent auf 27,24 Dollar je Barrel.

Kürzungen der Ölförderung

Damit habe der Abstand zwischen beiden Sorten ein Zehnjahreshoch erreicht, sagte Michael McCarthy, Marktstratege bei CMC Markets. Der anhaltende Druck spiegle die Befürchtung wider, dass die Vereinbarung der wichtigsten Ölförderländer, die weltweite Förderung um rund zehn Millionen Barrel pro Tag zu kürzen, den virusbedingten Nachfrageausfall nicht ausgleichen könne. (APA, 20.4.2020)