Webcams werden aktuell besonders häufig genutzt.

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Egal ob Skype, Microsoft Teams oder eine andere Software – selten ist die Webcam so intensiv im Einsatz wie derzeit. Auch die Nachfrage nach Webcams ist aufgrund der Corona-Krise in die Höhe geschnellt, beliebte Geräte gibt es teilweise nur um ein Vielfaches des Originalverkaufspreises, zahlreiche Webcams sind hoffnungslos ausverkauft.

Meistens aber haben Nutzer ihre Webcam eingebaut – ins Notebook, das Smartphone oder das Tablet. Gerade in solchen Zeiten sollten User vorsichtig sein, warnt der Sicherheitsforscher David Cook bei "The Conversation". Denn die Gefahr eines sogenannten Camfecting ist erhöht – wenn Hacker eine Webcam übernehmen und beispielsweise das Licht, das anzeigt, ob sie eingeschaltet ist, abdrehen. Opfer wissen dann also gar nicht, dass sie beobachtet werden. Er empfiehlt, die Webcam zu überkleben, ähnlich, wie es Facebook-Chef Mark Zuckerberg tut.

Oft ungeschützt

Webcams sind häufig ungeschützt – laut einer Analyse von Sicherheitsexperten aus dem vergangenen Jahr soll es zumindest 15.000 Geräte geben, die offen im Netz und jederzeit angreifbar sind. Cyberkriminelle nutzen Webcam-Spionage vor allem aus, um beispielsweise Wirtschaftsspionage zu betreiben – auch können Täter Nachrichtendienste sein, die eine Zielperson überwachen.

Häufig werden aber vermeintliche Webcam-Hacks via Mail angekündigt. Mit diesen Spamnachrichten erhoffen sich die Täter, dass Nutzer aus Angst, sie könnten "erwischt" worden sein, Geld zahlen. Solche Erpressermails werden tausendfach verbreitet.

Angriff per Mail

Bei einem echten Angriff wird Malware via Mail versandt in der Hoffnung, dass ein Nutzer sie öffnet und sein System infiziert. Manche Betrüger geben aber auch vor, beispielsweise ein Mitarbeiter bei einem Tech-Unternehmen zu sein und technischen Support anzubieten – stattdessen wird aber bösartige Software installiert.

Die Webcam wird nur deaktiviert, wenn man das Notebook auch tatsächlich abdreht. Also könnten Angreifer zusehen, wenn das Gerät sich im Energiesparmodus befindet. Grundsätzlich empfiehlt es sich daher, etwa Klebeband über die Kamera zu geben und das Gerät tatsächlich auszuschalten, wenn es nicht in Verwendung ist, empfiehlt Cook. Und generell, aber speziell in der aktuellen Zeit ist es ratsam, gute Passwörter zu nutzen – und nicht das gleiche auf mehreren Plattformen zu verwenden. (red, 20.4.2020)