Wie viele Menschen bei dem mutmaßlichen Amoklauf ums Leben kamen, ist noch nicht abschließend geklärt.

Foto: REUTERS/ JOHN MORRIS

Halifax – Die Zahl der Todesopfer durch den Schusswaffenangriff in der kanadischen Provinz Nova Scotia am vergangenen Wochenende hat sich nach Angaben der Polizei auf 23 erhöht. "Wir glauben, dass es 23 Opfer gibt, darunter ein 17-Jähriges", teilte die Polizeibehörde RCMP am Dienstag in Ottawa mit. Zunächst hatte die Polizei die Zahl der Todesopfer durch die Bluttat auf 18 beziffert.

Die Polizei teilte mit, es seien weitere menschliche Überreste in ausgebrannten Häusern und Fahrzeugen gefunden worden. Außer dem 17-jährigen Opfer seien alle Toten Erwachsene gewesen.

Der 51-jährige mutmaßliche Täter war am Sonntagmittag nach einer zwölfstündigen Verfolgungsjagd an einer Tankstelle in dem Ort Enfield von der Polizei gestellt und getötet worden.

Täter trug Polizeiuniform

Per Notruf hatte die Royal Canadian Mounted Police zuvor Hinweise auf einen bewaffneten Angreifer in der Ortschaft Portapique rund 130 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Halifax erhalten. In einem Haus und auf dem umliegenden Grundstück hätten sie mehrere Leichen entdeckt – von dem Täter fehlte zunächst jede Spur.

Bei der folgenden Jagd auf den Täter durch Nova Scotia wurden Opfer an mehreren Tatorten sowie abgebrannte Häuser in der Atlantik-Provinz gefunden. Laut Radio Canada zog sich die Verfolgungsjagd über mehr als 100 Kilometer hin. Die Polizei bestätigte, dass der 51-Jährige eine Polizeiuniform getragen habe und mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, das einem Streifenwagen gleiche.

Zum Motiv des Schützen machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Leather zufolge deutet vieles darauf hin, dass der Tatverdächtige das Blutbad plante und dabei auch Menschen tötete, die er nicht kannte. Kanadas Polizeichefin Brenda Lucki sagte, der Attentäter könnte möglicherweise anfänglich ein Motiv gehabt haben, das sich dann aber in "Zufälligkeit" gewandelt habe. (APA, 21.4.2020)