Trotz Sicherheitsbedenken genießt Zoom weiter regen Zulauf.

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Boom bei Zoom: Der Videodienst aus Amerika gewinnt in der Krise trotz Sicherheitsbedenken scharenweise neue Nutzer. Inzwischen telefonieren täglich mehr als 300 Millionen Menschen über die Plattform, wie Zoom mitteilte. Vor dem durch den Ausbruch des Coronavirus bedingten Trend zum Homeoffice kam der US-Konzern auf täglich maximal zehn Millionen Anwender.

Großer Erfolg, viel Kritik

Seit dem Boom mehren sich die Stimmen, die sich wegen Sicherheitslücken gegen Zoom aussprechen. Zuletzt erteilte der Autokonzern Daimler dem Dienst für den geschäftlichen Gebrauch eine Absage. Zoom konkurriert unter anderem mit Teams von Microsoft und Ciscos Webex.

Zoom bemüht sich, Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das Unternehmen kündigte an, die Verschlüsselung zu überarbeiten. Nutzer hatten sich immer wieder darüber beschwert, dass der Dienst nicht komplett verschlüsselt ist. Diesbezüglich läuft auch eine Sammelklage gegen den Konzern in den USA. Hinzu kommen Probleme durch das sogenannte Zoombombing, bei dem sich Unberechtigte in eine Sitzung einwählen.

Version 5.0 kommt

Die kurz vor der Veröffentlichung stehende Version 5.0 für die App soll dies künftig verhindern. Sie integriert außerdem stärkere Verschlüsselung in Form von AES-256 (GCM), die spätestens Ende Mai für alle eingeschalten werden soll.

Zudem kann inzwischen der Organisator des Videotelefonats entscheiden, welche Rechenzentren in welcher Region genutzt werden. Standardmäßig aktiviert ist nun das Setzen eines Passwortes für neue Meetings. Im Firmeneinsatz können Administratoren auch vorgeben, wie komplex ein Passwort sein muss. Außerdem können Teilnehmer nun andere Nutzer melden. (APA, red. 23.04.2020)