Ein Schild gegen Fake-News – wie hier in Thailand – ist zwar nett, wird aber allein noch nicht viel bringen.

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Ausnahmesituationen wie die aktuelle Corona-Krise bringen es auch mit sich, dass man vieles über die eigene Verwandtschaft erfährt, das man lieber nicht gewusst hätte. Wenn in der familiären Whatsapp-Gruppe zum wiederholten Male Verschwörungstheorien über 5G und Covid-19 die Runde machen, neigen selbst besonnene Gemüter irgendwann dazu, den Kopf resignierend in Richtung Tischplatte wandern zu lassen. Wer noch nicht ganz so weit ist, für den hat die "New York Times" nun Tipps parat, wie man produktiver mit solchen Situationen umgehen kann.

Angst als Faktor

Der erste Schritt: sich verdeutlichen, dass bei vielen hinter der Verbreitung solcher Nachrichten schlicht Angst steht. "Verschwörungstheorien tauchen besonders häufig rund um Desaster und Tragödien auf, wenn die Menschen einen Kontrollverlust erleben und versuchen, die neue Situation irgendwie zu begreifen", formuliert es Brendan Nyhan, Professor am Dartmouth College.

Die schlimmste Reaktion wäre insofern, die Verbreiter solcher Nachrichten lächerlich zu machen oder gar als Idioten darzustellen. Stattdessen sollte man generell daran arbeiten, den kritischen Geist zu wecken und andere – aber auch sich selbst – dazu bringen, solche Berichte gezielt zu hinterfragen. Also etwa ob da bei so manchen, die gerade Verschwörungstheorien propagieren, nicht doch eiskalt kalkulierte, politische Interessen im Hintergrund stehen, fügt Renée DiResta hinzu, die zum Thema Desinformation am Stanford Internet Observatory forscht.

Positiv statt negativ

Ein klassischer Fehler sei zudem, zu viel Zeit für das Widerlegen von Verschwörungstheorien aufzuwenden, betont Nyhan. Damit würden diese nämlich erst recht wieder im Fokus der Konversation stehen, anstatt dass über reale Dinge gesprochen wird. Ratsamer sei es insofern, seriöse Nachrichten zu verstärken. Oft seien dabei Prominente wie Sportler oder auch Entertainer sehr nützlich, um Personen mit weniger politischem Interesse dafür zu interessieren. Nyhan nennt dabei den Basketball-Star Steph Curry als positives Beispiel, der seinen Ruhm genutzt hat, um in Diskussionen mit Wissenschaftern Aufklärung zu betreiben – und über seine Social-Media-Kanäle zu verbreiten.

Nachlesen

Und wenn auch das nichts hilft, dann bleibt immer noch der Hinweis auf Webseiten, die sich gezielt mit solchen Phänomenen beschäftigen. So hat sich etwa der österreichische Verein Mimikama der Auseinandersetzung mit Fake-News und Hoaxes verschrieben und klärt auf seiner Webseite in einer Fülle von Artikeln über aktuell kursierende Fehlinformationen auf. (red, 24.4.2020)