McLaren fehlen die Worte, nicht die Boliden.

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London – Der Widerstand von Ferrari gegen eine weitere Senkung der Budgetobergrenze für die kommende Formel-1-Saison sorgt bei einigen Konkurrenten für Unverständnis. Rund 162 Mio. Euro darf jedes Team 2021 ausgeben. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sorgte am Donnerstag für Verstimmung, indem er in einem Zeitungsinterview angab, dass Ferrari bei einer weiteren Senkung auch über "andere Optionen" nachdenke.

Keine "überhasteten Entscheidungen"

Die subtile Ausstiegsdrohung, die der italienische Rennstall später als missinterpretiert bezeichnete, erzürnte etwa McLaren-Geschäftsführer Zak Brown. "Mir fehlen fast die Worte", erklärte der US-Amerikaner. Ferraris Angaben, wonach man nun trotz der Coronakrise keine "überhasteten Entscheidungen" treffen solle, ohne über die Konsequenzen für die gesamte Rennserie nachzudenken, seien widersprüchlich.

"Ich denke, dass wir alle erkennen, dass wir durch die größte Krise der modernen Zeit gehen, die die Welt bisher gesehen hat", betonte Brown. "Länder wurden heruntergefahren, ganze Industrien wurden heruntergefahren." Nun "keine Eile" bei Zukunftsentscheidungen zu haben, sei ein schwerwiegender Fehler.

Wegen der zahlreichen ausgefallenen Rennen und der dadurch entgangenen Einnahmen wird einer Kostensenkung gerade von kleineren Teams zentrale Bedeutung beigemessen. Er würde es hassen, wenn Ferrari seine Drohung wahr machen würde und die Formel 1 verlassen würde, sagte Brown. Der Sport würde seiner Meinung nach aber auch mit 18 Autos, also neun Teams, überleben. (APA; 24.4.2020)