Die Bundesregierung verhandelt mit dem US-Konzern Apple über Voraussetzungen für eine Corona-Tracing App.

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Die Bundesregierung verhandelt mit dem US-Konzern Apple über Voraussetzungen für eine Corona-Tracing App. Dabei gehe es darum, dass das Unternehmen die Schnittstelle öffne, um die Nutzung einer App zu ermöglichen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin. Die App soll Smartphone-Nutzern anzeigen, ob sie mit Corona-Infizierten in Kontakt gekommen sind. "Wir brauchen den Schnittstellenzugang", sagte Demmer. Apple und Google hätten angekündigt, dass sie dies bis Mai ändern würden, was die Bundesregierung begrüße.

Beide Konzerne wollen nach eigenen Angaben ihre Betriebssysteme für Handys kompatibel machen, um den Erfolg der Corona-Apps zu ermöglichen. Allerdings hatte es in der Bundesregierung zuvor geheißen, dass es anders als mit Google bei Apple Probleme bei der Öffnung der Schnittstelle gebe.

Zentrale Speicherung der anonymisierten Gesundheitsdaten

Die Regierungssprecherin bekräftigte die Präferenz der Regierung für die vom Robert-Koch-Institut (RKI) und dem Heinrich-Hertz-Institut entwickelte App, die eine zentrale Speicherung der anonymisierten Gesundheitsdaten für eine epidemiologische Auswertung vorsieht. "Die Bundesregierung hat großes Vertrauen in das System, das derzeit bei Fraunhofer getestet wird." Bei einem zentralen App-System müsse man einer staatlichen Stelle vertrauen. "Bei einem dezentralen System müssen Sie Apple und Google vertrauen", fügte sie hinzu.

Das Bundesinnenministerium verwies darauf, dass noch eine Prüfung der RKI-App durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ausstehe. "Dann muss in der Gesamtabwägung eine Entscheidung getroffen werden", sagte ein Innenministeriums-Sprecher. Die Federführung für die App liege aber beim Gesundheitsministerium. Dieses hatte sich bereits für die Software des RKI entschieden. (Reuters, 24.4.2020)