Bringt uns die Krise zusammen oder auseinander? Das gilt es herauszufinden.
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Wien – In einem großen internationalen Projekt wollen Psychologen ein globales Meinungsbild in Zeiten von Corona erheben. Befragt werden die Teilnehmer zu Themen wie der Kooperationsbereitschaft und der Risikowahrnehmung, dem Glauben an Verschwörungstheorien oder ihrer Einstellung gegenüber den Maßnahmen, die von Behörden getroffen werden. Besonderes Interesse gilt der Frage, ob die Menschen durch die Corona-Krise prosozialer werden, also andere mehr unterstützen, und wie sich der erlebte Stress auswirkt, den die Krise ausgelöst hat.

Koordiniert wird die Studie von Jay van Bavel von der New York University, insgesamt nehmen fast 150 Forscher aus rund 70 Ländern teil. In Österreich wird die Untersuchung von Claus Lamm von der Fakultät für Psychologie der Uni Wien organisiert. Gesucht werden nun Teilnehmer für eine Online-Befragung, die älter als 18 Jahre alt sind. Die Beantwortung der Fragen soll 25 bis 30 Minuten dauern, alle Angaben werden anonymisiert und vertraulich behandelt.

Globales Bild

"Wir wollen die Meinungen der Menschen zur Covid-19-Pandemie besser verstehen", so Lamm. Er will in Österreich auch erheben, wie optimistisch sich die Menschen fühlen, wie solidarisch sie sind und welchen Institutionen bzw. Personengruppen sie bei der Bewältigung der Krise besonders vertrauen.

Solche weltweiten Multi-Lab-Studien würden in der psychologischen Forschung immer wichtiger, betonte Lamm, würden sie doch aufgrund der großen Stichprobengrößen universellere Aussagen ermöglichen und zudem kulturvergleichende Fragestellungen erlauben. Dies sei in der Corona-Pandemie von besonderem Interesse, da unterschiedliche Länder unterschiedlich durch die Krise gehen bzw. von dieser betroffen sind. (APA, red, 24. 4. 2020)