Ein Angriff auf Whatsapp sorgt auch Monate nach seiner Entdeckung für Aufregung.

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Es ist ein schwerer Vorwurf, den Facebook vor einigen Monaten gegen die in Israel ansässige NSO Group erhoben hat. Das Unternehmen soll den Messengerdienst Whatsapp gezielt missbraucht haben, um Spionagesoftware auf die Geräte von Smartphone-Nutzern einzubringen. Insgesamt 1.400 Geräte sollen auf diesem Weg infiziert worden sein – darunter auch Smartphones von Menschenrechtsaktivisten.

Aktiv in den USA

Nun verschärft Facebook seine Vorwürfe gegen die umstrittene Firma: So habe man nachweisen können, dass die Spyware-Attacken in mehr als 700 Fällen über die die in Los Angeles angesiedelten Server der Firma Quadranet durchgeführt wurden. Auch Amazon-Server sollen benutzt worden sein, um Schadsoftware auszuliefern.

Das ist für den Rechtsstreit zwischen den beiden Unternehmen durchaus von Relevanz, versichert doch die NSO Group seit Jahren, dass man generell nicht in westlichen Staaten aktiv, die eigene Software gar so gestaltet sei, dass sie etwa in den USA gar nicht funktioniere. Stimmen die Facebook-Angaben, wäre NSO damit einer offenen Lüge überführt.

Konsequenzen

Damit steigen auch die Chancen von Facebook, dass die eigene Klage gegen NSO auch tatsächlich vor Gericht landet. Dies versucht NSO derzeit noch mit einem anderen Argument zu verhindern, nämlich indem man darauf verweist, dass man außerhalb der Judikatur des in den USA angesiedelten Softwareherstellers sei. (red, 27.4.2020)