Hier der erste Tretlager-Livetalk zum Nachsehen.
DER STANDARD

Internet – Die Mountainbike-Saison 2020 ist nach wie vor von vielen Ungewissheiten geprägt. Viele der im Zuge der Corona-Krise getroffenen Einschränkungen treffen auch die Radlszene. Am Freitagabend fand in Kooperation mit dem "Lines"-Magazin und dem Trailcenter Hohe-Wand-Wiese der erste virtuelle Tretlager-Livetalk zu genau diesem Thema statt. Dabei wurden Schwierigkeiten deutlich, die heuer noch für viel Kopfzerbrechen sorgen werden, aber es kamen auch überraschende Ideen auf, wie man die Krisensituation vielleicht sogar nützen könnte.

Seitens der Österreichischen Radsportverbandes erklärte Herbert Ribarich, Leiter der Sektion Mountainbike, dass man sich gegenüber dem Ministerium für eine Lockerung der Bestimmungen auch für den Breitensport starkmache. Um das zu erreichen, sei es aber nötig, dass die Radsportszene Eigeninitiative zeigt und besonders auf die Einhaltung der Regeln achtet. Derzeit gilt etwa, dass nur Personen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, zusammen Ausfahrten unternehmen. Unterwegs sind Abstände zu anderen Radfahrern einzuhalten. Das gesamte Regelwerk kann auf der Homepage des Verbandes, wo es auch laufend aktualisiert wird, nachgelesen werden.

Freie Fahrt für gesündere Bürger

Der Jurist des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, Armin Kaltenegger, ließ mit einem Vorschlag aufhorchen, wie man die Corona-Krise zumindest kurzfristig nutzen könnte. Im "Mondfenster", das die Ausnahmesituation auch hinsichtlich Anlassgesetzgebung bietet, könnte man eine zeitlich begrenzte Freigabe aller Forststraßen wagen. Das sei im Rahmen der Covid-19-Maßnahmengesetze ohne großen Aufwand machbar, ähnlich der Umwidmung von Fahrbahnen zu Begegnungszonen. Zugleich würde man damit viel Platz für Erholungssuchende schaffen und zugleich eine jahrzehntealte Forderung der Radszene einem Praxistest unterziehen.

Für Bikeschul-Betreiberin Sabine Enzinger ist das Coronavirus hingegen existenzbedrohend. Denn als Veranstaltungsgewerbe – und als solches gelten Bikeschulen – ist derzeit noch kein Ende der Restriktionen absehbar. In der Praxis heißt das, Enzinger kann auch noch keine Buchungen für die bereits anlaufende Sommersaison annehmen.

Bikepark-Saison mit vielen Fragezeichen

Vor ähnlichen Problemen steht Christian Zangerl, Leiter des Bikeparks in Serfaus-Fiss-Ladis. Der geplante Eröffnungstermin im Juni wurde vorerst auf 4. Juli verschoben, ob er wirklich hält, steht aber noch in den Sternen. Für Besitzerinnen und Besitzer der Gravity Card wurde aber bereits eine Lösung erarbeitet, erklärte Zangerl: Sollten bis Ende Juni noch weniger als 50 Prozent aller teilnehmenden Bikeparks geöffnet sein, erhält man am Saisonende 20 Prozent des Kaufpreises gutgeschrieben. Sind bis Ende Juli noch weniger als die Hälfte geöffnet, so gibt es am Saisonende 30 Prozent Gutschrift.

Wie die Liftbetreiber sich auf die Saison 2020 vorbereiten, erklärte Markus Redl von den Bergbahnen Niederösterreich. Denn als Verkehrsmittel unterliegen auch Gondelbahnen und Sessellifte eigenen Vorschriften. Man rechne mit allgemeinen Leitlinien, die Mindestabstände, besondere hygienische Maßnahmen und Mund- oder Nasenschutz vorschreiben. Sobald genauere Vorgaben bekannt sind, werde man die jeweilige Art der Aufstiegshilfe gesondert betrachten müssen.

Tretlager-Livetalk geht weiter

Nach dem regen Interesse und der guten Diskussion unter den Zuseherinnen und Zusehern wird zusammen mit dem "Lines"-Magazin und dem Trailcenter Hohe-Wand-Wiese bereits inhaltlich an einer Fortsetzung dieses Onlineformats gearbeitet. Wenn es Ihrerseits besondere Interessen oder Themenvorschläge gibt zu einem Tretlager-Livetalk rund ums Mountainbiken, posten Sie es bitte einfach im Forum. (Steffen Arora, 28.4.2020)