Nagelneue 737-Jets im kalifornischen Victorville.

Foto: REUTERS/Mike Blake

Chicago – Dem angeschlagenen US-Flugzeugbauer Boeing droht laut US-Medien noch mehr rechtlicher Ärger wegen des Krisenfliegers 737 Max. Der Airbus-Konkurrent sei nun auch wegen Produktionsmängeln bei dem Modell ins Visier des Justizministeriums geraten, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf Insider. Boeing müsse mit zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Boeing bestätigte die Ermittlungen auf Nachfrage nicht direkt. Ein Sprecher verwies aber darauf, dass die Probleme bei einer internen Untersuchung entdeckt und sofort Maßnahmen ergriffen worden seien. Das Justizministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Fehler bei Wartungsarbeiten

Boeing hatte im Februar eingeräumt, dass bei Wartungsarbeiten am nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max Fremdkörper in Treibstofftanks gefunden worden seien. Die gefundenen Teile wurden als "foreign object debris" bezeichnet – demnach könnte es sich um Unrat wie unbeseitigte Metallspäne, Reste von Bauteilen oder von Arbeitern zurückgelassene Werkzeuge oder Lappen handeln.

Dieses Problem hatte Boeing zuvor auch schon bei anderen Modellen wie dem Tankflugzeug KC-46 und dem Langstreckenjet 787 "Dreamliner". Der Konzern ist wegen angeblicher Sicherheitsmängel beim Absturzflieger 737 Max ohnehin schon mit etlichen Ermittlungen konfrontiert. Anleger reagierten relativ gelassen auf den Medienbericht, die Aktie geriet nur kurz etwas unter Druck und hielt sich im US-Handel im Plus. (red, APA, 28.4.2020)