Die Coronabeschränkungen für das öffentliche Leben fallen sukzessive, und so ist für die meisten der Genuss des nahenden Frühlingswetters langsam wieder möglich. Wer sich doch lieber von der sicheren Couch aus oder nach überstandenem Ausflug der blühenden Jahreszeit widmen möchte, für den nachfolgend frühlingshafte "Streamingtipps für die Couch", die bequem von Zuhause aus gesehen werden können:

"Der dritte Frühling"

Ein durchaus passender deutscher Verleihtitel für die 1995 entstandene Komödie mit dem Kultduo Walter Matthau und Jack Lemmon – wenn man einmal vom weniger überzeugenden Untertitel "Freunde, Feinde, Fisch & Frauen" absieht. Allerdings ist "Grumpier Old Men" (so der Originaltitel) zugegebenermaßen nicht im engeren Sinne eine jahreszeitlich auf die Wonnemonate verweisende Komödie, sondern die Fortsetzung des Buddymovies "Ein verrücktes Paar" zwei Jahre zuvor. Die beiden Komiker, die ihr Filmduett bereits 1968 mit "Ein seltsames Paar" lostraten, spielen darin wieder ihre beiden Charaktere John Gustafson (Lemmon) respektive Max Goldman (Matthau), die sich traditionell in den Haaren liegen. Diesesmal allerdings etwas weniger, hat man mit den Ragettis, die den Lieblingsladen der beiden übernehmen, doch einen gemeinsamen Außenfeind. Am Ende hat Max das Glück, Sophia Loren (vulgo Mama Ragetti) zu heiraten. Vielleicht ist "Der dritte Frühling" eher ein komödiantisches Mailüfterl als ein humorvoller Wirbelwind, aber immerhin ein nostalgisches.

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"Frühling für Hitler"

Wirklich erfolgreich war Mel Brooks 1969 veröffentlichte Komödie im deutschsprachigen Raum nie – zumindest nicht im Vergleich zum Kultcharakter, den das schräge Werk um den Broadwayproduzenten Max Bialystock (Zero Mostel) und den Buchprüfer Leo Bloom (Gene Wilder), die Investoren übers Ohr hauen wollen, indem sie mit einer Nazimusikrevue unter dem Titel "Frühling für Hitler" einen programmierten Flop landen, in den USA erlangt hat. Dazu lag die Thematik um einen durchgeknallten Nazi namens Franz Liebkind, der für die beiden Betrüger eine Rechtfertigungsrevue auf den Nationalsozialismus schreibt, vermutlich noch zu nahe, um darüber zu lachen. Dennoch stellt "Frühling für Hitler" mit Chaplins "Der große Diktator" eine der gelungensten, jüdisch-humoristischen Entlarvungen des NS-Systems dar, die immerhin mit einem Drehbuchoscar gewürdigt wurde.

Flauntvids

"Frühling, Sommer, Herbst Winter und Frühling"

Nicht nur wegen eines der längsten Filmtitel sticht die südkoreanische Parabel von Kim Ki-duk aus dem Strom des Kinogeschehens heraus. Die 2003 erschienene Geschichte schildert das Verhältnis eines buddhistischen Mönchs und seines Novizen als Metapher auf den Kreislauf des Lebens. Das Werk spielt primär auf einem kleinen Floß inmitten eines Sees und in der Natur. Der Gang der Jahreszeiten wird spirituell auf den Fortgang des menschlichen Lebens gespiegelt – bei aller Vehemenz der Gefühle und der Dramatik in großen Bildern und in aller Ruhe. Für diejenigen, die den Frühling eher als Zeit der Besinnung begreifen.

Ryschardd

"Spring Breakers"

Nicht direkt den sanften Blumendüften und der knospenden Natur verpflichtet ist der Hybrid "Spring Breakers" von Regisseur Harmony Korine aus 2012. Er nimmt die US-Tradition der alles andere als gesittet ablaufenden Frühlingsferien der Colleges auf und erzählt die Geschichte der vier Freundinnen Faith, Candy, Brit und Cotty. Die rauben ein Diner aus, um sich die Fahrt zum Spring Break nach Florida zu finanzieren, kommen wegen Drogenkonsum ins Gefängnis und werden dort von einem Gangsterboss freigekauft. So landen Brit und Candy schließlich im Milieu. Ob man das Werk nun als Spring-Break-Actionversion ernst nimmt oder Ironie dahinter vermutet, bleibt dem Zuseher selbst überlassen. (APA, 1.5.2020)

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