Die iranische Hauptstadt Teheran und der ruhende Vulkan Damawand, aus dem am Freitag leichter Rauch aufstieg. (Archivbild)

Foto: REUTERS/Morteza Nikoubazl

Teheran – Ein Erdbeben im Iran hat Panik in Teilen der Bevölkerung ausgelöst. In der Hauptstadt Teheran stürmten zahlreiche Einwohner in der Nacht auf Freitag aus ihren Häusern. Das mehrere Sekunden dauernde Beben hatte eine mittlere Stärke von 4,6, wie die US-Geologiebehörde USGS mitteilte.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt. Ein Ministeriumssprecher appellierte an die Bevölkerung, die Ruhe zu bewahren und die Richtlinien für Beben zu beachten. Aus Angst vor weiteren möglichen Nachbeben verbrachten viele die Nacht im Freien.

Tektonische Bruchlinien sorgen für regelmäßige Beben

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der USGS rund 55 Kilometer östlich von Teheran nahe der Stadt Damawand. In der Region befindet sich der Vulkan Damawand, der mit 5.671 Metern der höchste Berg des Landes ist. Aus dem ruhenden Vulkan stieg leichter Rauch aus.

Unter dem Iran verlaufen mehrere tektonische Bruchlinien, das Land wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert. Im November 2017 waren bei einem Beben der Stärke 7,3 in der westiranischen Provinz Kermanschah 620 Menschen ums Leben gekommen. Das verheerendste Erdbeben im Iran ereignete sich 1990: Damals wurden im Norden des Landes 40.000 Menschen durch ein Erdbeben der Stärke 7,4 getötet. (APA, 8.5.2020)