Mediaset-Turm in Mailand, diesmal im Gegenlicht.

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Der italienische ProSiebenSat.1-Großaktionär Mediaset ist derzeit zufrieden mit seinem Anteil am deutschen Fernsehkonzern. Die Coronavirus-Krise habe strukturelle Veränderungen im Medienmarkt noch einmal beschleunigt, sagte Finanzchef Marco Giordani am Mittwoch zu Journalisten. Deshalb sei er mehr denn je überzeugt vom europäischen TV-Projekt MFE, das Mediaset angeschobene habe.

Wegen eines Streits mit dem eigenen Großaktionär Vivendi stockt dieses Vorhaben derzeit allerdings. ProSieben hat bisher immer zurückhaltend auf das Werben von Mediaset reagiert, unter das Dach von MFE zu schlüpfen. Auf die Frage, ob man erwäge, noch vor dem Inkrafttreten von MFE Mediaset mit ProSieben zusammenzubringen, sagte Giordani, man werde den Zeitplan nicht ändern.

Die von der Familie des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Mediaset hält derzeit über 24 Prozent an ProSieben. Die Stimmrechte liegen aber nur bei knapp neun Prozent, der Rest läuft über Finanzinstrumente. Zweitgrößter ProSieben-Aktionär ist der Investor CMI um den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky mit zehn Prozent. Anfang der Woche stieg der US-Investors KKR mit gut fünf Prozent bei ProSiebenSat.1 ein. Seitdem gibt es nach Einschätzung von Branchenvertretern und Analysten viel Raum für Spekulation, was es für Veränderungen bei ProSieben auf Druck der Investoren geben könnte. Bisher wurde auch immer wieder spekuliert, dass Mediaset seinen Anteil erhöhen könnte. Die Hauptversammlung am 10. Juni wird mit Spannung erwartet. (APA, Reuters, 13.5.2020)