SEK-Soldaten auf Bootsfahrt – zu Übungszwecken.

Foto: imago images/Andre Lenthe

Berlin – Auf dem Privatgelände eines Soldaten der Elitetruppe KSK in Sachsen hat die Polizei am Mittwoch Waffen, Sprengstoff und Munition sichergestellt. Der verdächtige Soldat sei schon länger im Visier des Militärgeheimdiensts MAD gewesen, erklärte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Dienstag.

Gegen ihn würden disziplinarische Ermittlungen eingeleitet. "Er wird keine Uniform mehr tragen und auch keine Liegenschaft der Bundeswehr mehr betreten dürfen." Details über die näheren Umstände des Falles wurden zunächst nicht bekannt. Kramp-Karrenbauer äußerte sich auch nicht zur Zugehörigkeit des Soldaten zum KSK, die aber in Militärkreisen bestätigt wurde.

Kein Platz in Bundeswehr

"Für mich ist klar: Niemand, der in radikaler Art und Weise in unseren Streitkräften auffällt, hat in der Bundeswehr Platz", betonte die Ministerin. "Wir gehen jedem Fall mit Härte und Konsequenz nach." Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, das Landeskriminalamt Sachsen und der MAD würden nun weiter eng zusammenarbeiten, unter anderem, um die Herkunft von Sprengstoff, Waffen und Munition zu klären.

Außerdem müsse ermittelt werden, ob der Soldat zu einem extremistischen Netzwerk gehört habe. Die Generalstaatanwaltschaft Dresden erklärte, sie ermittle gegen den 45-Jährigen nach Hinweisen des MAD wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. (Reuters, 13.5.2020)