Politik im Jahr 2020: Selten so gelacht.

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Gegen das, was 2020 in der Politik abgeht, wirkt das exaltierteste Showbusiness wie schales Bier. King of Comedy ist und bleibt Donald Trump, gerade in Corona-Zeiten. Niemand wäre erstaunt, wenn Trump morgen behauptete, er heiße eigentlich James Pimpelhuber und sei von Gott gesandt, die Welt zu retten. Vorerst beschäftigt er sich aber noch mehr damit, "Obama-Gate" zu beklagen, "das Verbrechen des Jahrhunderts", natürlich gegen ihn gerichtet, von dem nur niemand die geringste Ahnung hat, was das "Verbrechen" gewesen sein sollte.

In Österreich haben wir keinen Trump, dafür aber Hazee Strache, zugegeben, ein schwacher Ersatz, aber immerhin (großes Land, große Comedy, kleines Land, kleine Comedy). Zum festlichen Jubiläum des Ibiza-Videos absolviert Strache seine Tour d’Honneur durch die Medien und beklagt sich bitterlich über die hinterfotzig ausgeheckten Kabalen, mit denen man ihn zur Strecke gebracht hat. Und das nur, weil er ein solch toller Polithecht war!

Strache geizt dabei nicht mit zum Kringeln reizenden Details seiner privaten Tragödienbewältigung. Er ist schwer eingeschlafen, "schweißgebadet" aufgewacht, hatte nur die Möglichkeit zu "zerbrechen" oder zu "wachsen": "Ich habe mich für Letzteres entschieden." Daher: Wiener Bürgermeisterkandidat im Herbst! Politik im Jahr 2020: Selten so gelacht. Bei dieser Bombenhetz vergisst man selbst Corona-Krise und Klimakatastrophe im Nu. (win, 17.5.2020)