Thomas Thabane will das Amt als Regierungschef Lesothos niederlegen – wie schnell, das sagte er nicht.

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Lesotho. Regierungschef Thomas Thabane, der in die Ermordung seiner Ex-Frau verwickelt sein soll, hat am Montag seinen Rücktritt angekündigt. Er werde als Ministerpräsident Lesothos zurücktreten, sagte Thabane vor seinem Haus am Stadtrand der Hauptstadt Maseru. Er sagte aber nicht, ob er sofort abtreten werde. Es sei nicht leicht, sich von Gewohntem zu trennen, sagte Thabane.

Das Politdrama um den greisen Regierungschef hält das kleine Land im südlichen Afrika seit Monaten in Atem. Lesotho steckt in einer tiefen politischen Krise, seit die Polizei dem 80-Jährigen zu Jahresbeginn eine Verwicklung in die Ermordung seiner Ehefrau im Jahr 2017 vorgeworfen hatte. Obwohl alle Parteien einschließlich seiner eigenen seinen Rücktritt verlangen, klammerte sich Thabane zunächst weiter an die Macht.

Finanzminister Majoro soll übernehmen

Im April hatte die Koalitionsregierung des kleinen Königreichs dann auf Vermittlung Südafrikas und nach Gesprächen mit König Letsie III. und allen Parteien ein Abkommen über einen "würdigen" Rückzug Thabanes unterzeichnet. Ein genaues Datum legte sie allerdings nicht fest. Vergangene Woche hatte die Koalition dann das Parlament aufgelöst, voraussichtlich am Freitag soll eine neue Regierung stehen. Der bisherige Finanzminister Moeketsi Majoro soll Regierungschef werden.

Lesothos Polizei und Justiz verdächtigen Thabane, den Mord an seiner Ex-Frau in Auftrag gegeben zu haben. Lipolelo Thabane war im Juni 2017 in einem Außenbezirk der Hauptstadt Maseru erschossen worden. Zwei Tage später wurde ihr Mann in sein Amt eingeführt.

Ein verdächtiger Anruf

Das Ehepaar hatte sich einen erbitterten Scheidungskrieg geliefert. Die mehr als zwei Jahre andauernden Ermittlungen ergaben laut Polizei, dass vom Handy des späteren Ministerpräsidenten ein verdächtiger Anruf vom Tatort aus getätigt wurde. Anfang Februar war gegen seine heutige Ehefrau, die 42-jährige Maesaiah Thabane, Anklage erhoben worden.

Thabane hatte sich kurz darauf geschickt einer Mordanklage entzogen. Gleichzeitig erklärte er, aufgrund seines fortgeschrittenen Alters Ende Juli aus dem Amt zu scheiden. Seine Gegner forderten hingegen sein sofortiges Amtsende.

Das inmitten von Südafrika gelegene Königreich ist politisch instabil. Immer wieder gab es seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1966 Militärputsche. (APA, 18.5.2020)