Trump hat wieder einmal eine Verschwörungstheorie geteilt.

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US-Präsident Donald Trump heizt eine Verschwörungstheorie über einen angeblichen Mord an, obwohl sich der Witwer der Toten verzweifelt dagegen wehrt. Dabei geht es um die Mitarbeiterin des früheren Kongressabgeordneten und heutigen Moderators Joe Scarborough, Lori Klausutis.

Deren Witwer Timothy Klausutis bat Twitter-Chef Jack Dorsey in einem von der "New York Times" veröffentlichen Brief erfolglos darum, Trump-Tweets zu löschen, in denen dieser andeutet, Scarborough könnte Lori Klausutis ermordet haben. Trump sagte am Dienstag im Weißen Haus erneut, der Fall sei "sehr verdächtig". "Viele Menschen" nähmen an, dass Scarborough etwas mit dem Tod der Frau zu tun haben könne.

"Ist er mit Mord davongekommen?"

Scarborough arbeitet für den Sender MSNBC und ist ein erklärter Gegner Trumps. Trump hat auf Twitter wiederholt gefordert, dass der angeblich ungeklärte Fall des Todes von Lori Klausutis im Jahr 2001 wieder aufgerollt wird. Unter anderem twitterte der Präsident am 12. Mai mit Blick auf Scarborough: "Ist er mit Mord davongekommen?"

Der Witwer schrieb nun, seine Ehefrau habe an einer Herzkrankheit gelitten. Sie sei bei der Arbeit in Scarboroughs Büro gestürzt und mit dem Kopf auf den Schreibtisch geprallt. Die Mordthese widerspreche der Autopsie und gehöre zu den "schrecklichen Lügen", die von "Verschwörungstheoretikern" wie Trump verbreitet werde.

Twitter sieht keinen Verstoß

Timothy Klausutis schrieb weiter, seit dem Tag des Unfalltodes seiner Ehefrau gebe es "eine ständige Flut von Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Anspielungen und Verschwörungstheorien". Diese erschwerten ihm, sein Leben weiterzuleben. Trumps Tweets würden gegen die Twitter-Regeln verstoßen. Er fordere nicht, Trump von der Plattform auszuschließen, verlange aber, dass die betreffenden Tweets gelöscht würden.

Die "New York Times" zitierte eine Stellungnahme von Twitter, wonach die Tweets nicht gegen Regeln verstießen. Man bedauere aber den Schmerz, den sie verursachten, und arbeitete an Änderungen der Bestimmungen.

Vor kurzem hat das Unternehmen erstmals einen Tweet des US-Präsidenten mit einem Factchecking-Hinweis versehen – und zwar eine Botschaft zum Thema Briefwahl. Trump sah dies in einer Reaktion als Unterdrückung seiner Meinungsfreiheit an. (APA, red, 27.5.2020)