Auch in England geht es bald wieder los.

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London – Mit dem Nachtrags-Kracher zwischen Manchester City und Arsenal kehrt die englische Fußball-Premier-League am Mittwoch aus ihrer rund dreimonatigen Corona-Pause zurück. Für die "Citizens", die 25 Punkte hinter Tabellenführer Liverpool liegen, geht es quasi nur darum, den ersten Titel der "Reds" seit 1990 noch zu verzögern.

Dazu muss vorläufig ein Sieg her, denn unterliegt ManCity Arsenal, könnte Liverpool schon am Sonntagabend mit einem vollen Erfolg im Derby bei Everton den Titel perfekt machen.

Die Form?

Doch mit Arsenal kommt ein gefährlicher Gegner. "Wir können City überraschen, denn niemand ist im Rhythmus", zeigte sich Arsenal-Tormann Bernd Leno überzeugt. Vor der Pause präsentierten sich die "Gunners" in guter Form, kassierten in allen acht Spielen 2020 keine einzige Niederlage, gewannen die jüngsten drei und wollen in den verbleibenden zehn Partien noch auf Platz fünf vorstoßen. Dort liegt bei einem Spiel mehr aktuell Manchester United, das fünf Punkte Vorsprung hat.

Platz fünf könnte auch für einen Champions-League-Platz reichen, sollte die von der UEFA ausgesprochene Europacupsperre des Tabellenzweiten ManCity halten. Die diesbezügliche Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) soll Mitte Juli fallen.

Vor Anpfiff der Geisterspiele wird in einer Trauerminute der Corona-Opfer gedacht. Beide Trainer haben mit der Krankheit auch ganz persönliche Erfahrungen: Die Mutter von ManCity-Coach Pep Guardiola starb im April nach einer Corona-Infektion, Arsenals Mikel Arteta, bis Dezember 2019 Assistent von Guardiola, erkrankte im März selbst an Covid19, kehrte aber voll erholt zurück.

Kritik

Auch das macht verständlich, warum die Entscheidung zum sogenannten Re-Start auf der Insel anfangs sehr umstritten war. Mit mehr als 41.000 nachweislich infizierten Toten ist Großbritannien eines der am schwersten vom Coronavirus betroffenen Länder in Europa. Dass trotz der dramatischen Auswirkungen wieder Fußball gespielt werden soll, sorgte für Kritik. Auch einige Spieler äußerten Bedenken und sprachen von Angst um ihre Gesundheit.

Doch die kritischen Stimmen verstummten zunehmend. Die Liga führte aufwendige Sicherheitsmaßnahmen mit regelmäßigen Tests ein und verordnete allen Beteiligten strenge Regeln – kein Spucken oder Naseputzen auf dem Platz, Torjubel nur mit Abstand zu den Teamkollegen. Es wird auch keine Ballbuben und -mädchen geben, stattdessen soll der Ball immer wieder durch ein desinfiziertes Exemplar ausgetauscht werden. (APA, 15.6.2020)