Geflüchtete im Hafen von Piraeus nahe Athen.

Foto: AP / Petros Giannakouris

Athen – Ein neues Gesetz erschwert die Situation von Flüchtlingen die in Griechenland bereits einen Asylstatus zuerkannt bekommen haben. Demnach haben sie in Zukunft keinen Anspruch mehr auf eine kostenlose Unterkunft und verlieren auch das Recht auf einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 90 Euro.

In einem Land, in dem die Arbeitslosigkeit seit Jahren hoch ist und die Coronakrise die Wirtschaftssituation zusätzlich verschlechtert hat, verschärft das die Situation der Asylanten zusätzlich. NGOs weisen darauf hin, dass es für die Betroffenen besonders schwierig sein dürfte, eine Arbeit zu finden. Hindernisse dafür seien auch Sprachschwierigkeiten und das Fehlen entsprechender Anpassungsprogramme.

115.000 Flüchtlinge in Griechenland

Gut 115.000 Schutzsuchende befinden sich derzeit in Griechenland. Etwa 41.000 von ihnen leben in den Hotspots auf den Inseln. 21.000 Menschen wurden vom Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Wohnungen untergebracht, etwa 53.000 leben in Camps. Im März 2020 – also zu Beginn der Coronakrise – wurden in Griechenland 2.233 Bootsflüchtlinge registriert.

Vor allem die Hotspots sind überfüllt, die Aufnahmebedingungen sind menschenunwürdig, es gab des öfteren vereinzelt Tote. Die Asylverfahren wurden durch die Hotspots bisher nicht beschleunigt. Vielmehr müssen viele Schutzsuchende in abgeschotteten Quartieren monatelang darauf warten. Durch das neue Gesetz verbessert sich ihre Situation aber auch bei einem positiven Bescheid meistens nicht. (APA, 17.6.2020)