Gerade die Corona-Krise zeige, wie wichtig fundierter Wissenschaftsjournalismus ist, so der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist*innen.


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Wien – Gerade die Corona-Krise verdeutliche, dass die Bevölkerung ein sehr hohes Interesse an seriösen und hochwertigen Recherchen und Berichten im Bereich Wissenschaft, Medizin und Forschung habe. Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist*innen forderte daher am Montag in einer Aussendung, dass die Berichterstattung zu Wissenschaft, Forschung und Bildung zu einem Kriterium für die Vergabe der Medienförderung wird.

"Qualität, und nicht Auflage, sollte belohnt werden", so Eva Stanzl, Vorstandsvorsitzende des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist*innen und Wissenschaftsredakteurin der "Wiener Zeitung". Faktenbasierter Wissenschaftsjournalismus sei ein wesentliches Qualitätsmerkmal für Zeitungen, Magazine, Nachrichtensender und Online-Publikationen. Es gelte, einer wachsenden Zahl krauser Verschwörungstheorien verständlich erklärte wissenschaftliche Fakten entgegenzusetzen. Gleichzeitig werde die materielle Lage vieler Wissenschaftsjournalist*innen in Zeiten von Kurzarbeit und wirtschaftlichen Engpässen zunehmend prekär.

"Umso mehr ist es notwendig, die öffentliche Medienförderung nicht mit der Gießkanne, die etwa nach Auflage bemessen wird, zu vergeben, sondern sie zielgerichtet dafür einzusetzen, die Qualität der Berichterstattung voranzutreiben", wird der stellvertretende Klubvorsitzende Martin Kugler zitiert. Da die Medienförderung aus Steuermitteln bezahlt wird, müsse sich deren Einsatz auch am Nutzen für die Gesellschaft orientieren. Mehr Geld solle es für Medien geben, die "ein Wissenschaftsressort mit fix angestellten, gut ausgebildeten Redakteur*innen unterhalten". (red, 22.6.2020)