Tim Cook bei der Eröffnung der WWDC.

Foto: BROOKS KRAFT/APPLE INC/REUTERS

Es war die wichtigste Ankündigung der diesjährigen World Wide Developers Conference (WWDC), aber auch eine, die jede Menge Fragen offen ließ: Die Umstellung der Mac-Reihe von Intel-Prozessoren auf Chips aus Apples eigener Fertigung. Nun bestätigt sich eine der von vielen geäußerten Befürchtungen.

Abschied nehmen

Mit dem Wechsel auf "Apple Silicon" geht auch das Ende für den Dual-Boot mit Windows einher. Eine sonderliche Überraschung ist das allerdings nicht. Immerhin ist Windows vor allem auf x86-Systeme – also etwa mit Intel- oder AMD-Prozessor – ausgerichtet. Und die läuft auf den neuen Systemen nicht, da da mit ARM eine komplett andere Architektur zum Einsatz kommt.

Eine gewisse Hoffnung verblieb, da Microsoft auch eine ARM-Version von Windows anbietet. Dieser Option erteilt nun aber der Softwarehersteller gegenüber The Verge eine klare Absage: "Windows 10 on ARM", wie es offiziell heißt, sei nur für die Vorinstallation auf Geräten gedacht, und werde auch weiterhin nicht getrennt verkauft.

Linux?

Offen bleibt derzeit noch, ob damit der Dual-Boot für Macs komplett Geschichte ist. Immerhin wäre es theoretisch noch möglich, zumindest Linux-Systeme zuzulassen, für die es sehr wohl ARM-Versionen gibt. Allerdings läuft der Linux-Dual-Boot schon jetzt auf Macs meist mehr schlecht als recht, da die zahlreichen Eigenheiten der Apple-Hardware den Linux-Entwicklern erhebliche Probleme bescheren. Mit den neuen Systemen wird dies kaum besser werden.

Was hingegen sehr wohl eine Wahl bleibt, ist, andere Betriebssysteme unter macOS in einer Virtualisierung zu betreiben. Also zumindest so lange dieses Betriebssystem nicht Windows heißt. Zwar hat Apple mit Rosetta 2 eine Technologie parat, mit der x86-Anwendungen auf ARM-Systemen laufen können, mittlerweile hat das Unternehmen aber bereits klargestellt, dass dies nicht für Virtualisierungslösungen nutzbar sein wird. Also bleiben für virtuelle Maschinen nur andere Systeme wie Linux oder diverse BSD-Varianten übrig.

Schlechte Nachrichten für Spieler

Bislang erfreute sich "Boot Camp" vor allem bei jenen großer Popularität, die neben macOS auch ein Windows-Systeme zum Spielen nutzen wollten. Dies Dualität ist mit dem Wechsel auf "Apple Silicon" nun aber endgültig Geschichte. Daran würde allerdings auch wenig ändern, wenn Microsoft doch noch "Windows 10 on ARM" für Macs freigeben würde. Immerhin sind Windows-Spiele fast zur Gänze ausschließlich für x86-Systeme verfügbar. (apo, 25.06.2020)