Die Polizei ist nicht erfreut über Aktivismus.

Foto: Josh Galemore / AP

Unter dem Namen "Distributed Denial of Secrets" hat zuletzt eine neue Aktivistengruppe für Aufregung gesorgt. So haben sie vor einigen Wochen vertrauliche Daten aus dem Unternehmensregister der Bahamas veröffentlicht, die mittlerweile sogar heimische Finanzbehörden beschäftigen. Immerhin gilt das Land als eine der beliebtesten Steueroasen. Das war dann auch Ziel der Aktion – also das Offenlegen von an der Steuer vorbei geschmuggeltem Vermögen.

Blueleaks

Vor wenigen Tagen sorgte DDoSecrets dann für neue Aufregung: Unter dem Namen "Blueleaks" wurden 269 Gigabyte an Daten über US-Polizeibehörden veröffentlicht, dies nicht zuletzt als Reaktion auf die aktuellen "Black Lives Matter"-Proteste. Darin enthalten ist durchaus brisantes Material wie etwa ein Beleg dafür, dass sich US-Rechtsextreme gezielt als Antifa-Aktivisten ausgegeben haben, um unter diesem Deckmantel Gewalt auszuüben und so die Bewegung zu diskreditieren – und die Stimmung anzuheizen.

Genau dieser Leak bringt den Aktivisten aber nun Ärger ein: So hat Twitter jetzt nicht nur den Account von DDoSecrets gesperrt. Es ist auch nicht mehr möglich, auf die geleakten Daten über die Polizeibehörden zu verlinken. Selbst Kopien auf archive.org werden mittlerweile konsequent blockiert.

Widersprüche

Laut Sicherheitsforscher Brian Krebs ist der Vorwurf, dass in den Datensätzen zum Teil sensible Daten wie Informationen zu Banken-Accounts enthalten sind. Dem widerspricht eine unter dem Namen Emma Best auftretende Aktivistin: Man habe die Daten von einem Anonymous-Ableger erhalten und bereits um rund 50 GB an problematischen Informationen bereinigt.

Bei DDoSecrets beklagt man sich zudem über zweierlei Maß, mit dem hier gemessen werde. Während es etwa den Account von Wikileaks seit Jahren problemlos auf Twitter gibt, sei der Microblogging-Dienst nun sehr rasch gegen den eigenen Account vorgegangen. Best unterstellt dabei einen Zusammenhang mit einer der geleakten Informationen: nämlich dass die Polizei Twitter sehr genau verfolgt, um gegen Aktivisten vorzugehen. (red, 25.6.2020)