Google.

Foto: reuters

Google will trotz der Gegenwehr europäischer Verlage weiterhin Daten von deren Lesern nutzen. Dies sagten mehrere mit den Verhandlungen zwischen Google und den Verlagen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ursprünglich hätten Verlagshäuser geplant, Google ab Mitte August unter Berufung auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) daran zu hindern, Informationen über Leser zu speichern. Der US-Konzern hätte dies aber nicht tatenlos geschehen lassen, sondern bereits vorab mit weniger Anzeigen gedroht. Die Verhandlungen, über die bisher noch nicht berichtet wurde, dauerten noch an. Für Thomas Adhumeau vom Werbesoftware-Anbieter S4M steht fest, wie das Ganze ausgeht: "Man kann ohne Google nicht im Markt bestehen."

90 Prozent Anzeigen

Google erwirtschaftet einen Großteil seiner Einnahmen mit Werbung. Jeder dritte im Netz für Anzeigen ausgegebene Euro landet bei dem US-Konzern, der auch rund 90 Prozent des Marktes für Online-Anzeige-Tools kontrolliert. Medienkonzerne müssen ihre Einnahmen mit Google teilen, um Zugang zu den Werbekunden zu haben. Weltweit gibt es Ermittlungen wegen möglicher Ausnutzung der Marktmacht des US-Suchmaschinenanbieters.

Im Rahmen der DSGVO müssen Unternehmen die Einwilligung von Verbrauchern einholen, bevor sie deren Daten nutzen. (Reuters, 30.6.2020)