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Für viele gehört es zu den ersten Dingen, die sich nach dem Kauf eines Laptops machen: die Webcam abzukleben – entweder komplett oder mit einem kleinen Schieberegler, um sie bei Bedarf wieder nutzen zu können. Dies raten auch nicht nur Privacy-Experten an, selbst jene, die die andere Seite der Überwachung ganz gut kennen, greifen zu solchen Methoden – allen voran Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

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Genau davor warnt nun aber Apple in einem neuen Supporteintrag, der "MacRumors" aufgefallen ist. Solche Abdeckungen könnten demnach zur Beschädigung des Displays führen. Immerhin werde hier ein zusätzliches Objekt zwischen die beiden Gerätehälften gebracht, beim Schließen entstehe dann Druck, der Bildschirmschäden auslösen könne. Dies gilt vor allem für Laptops, die besonders flach aufliegen, wie jene von Apple.

Problematisch wird es laut Apple bei Abdeckungen, die dicker als 0,1 Millimeter sind – was wohl auf so ziemlich alle Webcam-Covers zutrifft. Aber auch generell seien diese nicht zu empfehlen, da der verwendete Klebstoff oft Spuren hinterlasse.

Vertrauen statt Kontrolle

Statt einer solchen Abdeckung sollten die Nutzer etwas ganz anderes einsetzen: Vertrauen. Immerhin gebe es neben der Kamera ohnehin eine grüne LED, die bei Aufnahmen leuchte. Und bei Macbooks sei diese so gestaltet, dass es gar nicht möglich sei, die Kamera ohne die Lichtanzeige zu aktivieren.

Ob dieses Versprechen die Nutzer solcher Covers ausreichend befriedigen wird, ist aber zweifelhaft. Immerhin ist eine entscheidende Angst, dass etwa bei einem geöffneten Laptop die Kamera aktiviert wird, wenn man gerade gar nicht am Gerät sitzt – und dann auch die LED meist nicht bemerkt. Zudem gibt es auch Firmen, die ihren Nutzern eine Verwendung von solchen Abdeckungen vorschreiben. Für diese Fälle empfiehlt Apple, diese Abdeckungen jedes Mal wieder zu entfernen, bevor das Gerät geschlossen wird. (apo, 12.7.2020)