Der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump nennt den Fall um den Tod George Floyds einen "Wendepunkt für die Polizeiarbeit in Amerika".

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Die Familie des gewaltsam getöteten Afroamerikaners George Floyd hat Klage gegen die Stadt Minneapolis und vier Polizisten wegen widerrechtlicher Tötung eingereicht. Der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump erklärte am Mittwoch, der Fall sei "der Wendepunkt für die Polizeiarbeit in Amerika". Die Klage wurde vor einem Bundesgericht der Stadt im Bundesstaat Minnesota eingereicht. Der Anwalt äußerte sich nicht zur Höhe möglicher Schadenersatzforderungen.

Tod hatte Massenproteste ausgelöst

Der 46-jährige Floyd starb am 25. Mai 2020 bei einem Polizeieinsatz. Er soll in einem Geschäft mit einem gefälschten Geldschein bezahlt haben. Ein weißer Polizeibeamter hatte sich bei der Festnahme fast neun Minuten lang auf den Hals von Floyd gekniet. Der Polizist wurde vier Tage nach dem Tod Floyds festgenommen. Ihm wird unter anderem Totschlag vorgeworfen. Drei weiteren Beamten, die bei der Festnahme anwesend waren, wird Beihilfe in dem Todesfall vorgeworfen.

Der Tod von George Floyd löste in zahlreichen US-Städten und in anderen Ländern Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Auch in Wien gab es am 4. Juni 2020 eine Black-Lives-Matter-Kundgebung mit rund 50.000 Teilnehmern.

Sklavenhändler-Statue durch Aktivistin ersetzt

Jen Reid vor der Statue, die ihr nachempfunden ist.
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Im Zuge der Proteste gegen den gewaltsamen Tod von Floyd stürzten Demonstranten in Bristol das Denkmal des Sklavenhändlers Edward Colston und warfen die Statue in den Hafen. Die Aktion wurde zu einem Symbol der Black-Lives-Matter-Proteste in Großbritannien.

Auf dem Sockel hatten Unbekannte die Skulptur einer Black-Lives-Matter-Aktivistin aufgestellt. Wie britische Medien berichteten, wurde die Statue in den frühen Morgenstunden des Mittwoch heimlich auf dem Sockel angebracht. Sie stammt von dem Künstler Marc Quinn, der sich von einem Foto der Aktivistin Jen Reid inspirieren ließ. Reid hatte den leeren Sockel erklommen und ihren Arm mit geballter Faust in die Höhe gereckt.

Die Behörden der englischen Hafenstadt Bristol haben die Statue nun entfernt. Bürgermeister Rees will, dass die Bürger von Bristol gemeinsam darüber entscheiden, was mit dem Sockel passiert. Die Statue von Jen Reid sei daher abgebaut und in ein Museum gebracht worden, erklärte der Stadtrat. Ihr Schöpfer Quinn könne sie sich abholen oder "an unsere Sammlung spenden". (APA, red, 16.7.2020)