Andreas Kalbitz wurde aus der AfD geschmissen.

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Berlin – Der rechtsextreme Andreas Kalbitz ist mit der Anfechtung seines Rauswurfs aus der AfD gescheitert. Ein Parteissprecher sagte am Samstag, das Bundes-Schiedsgericht der Partei habe den Ausschluss des ehemaligen Bundesvorstandsmitglieds gebilligt. Den Rauswurf des damaligen Landeschefs in Brandenburg und Vorsitzenden der Landtagsfraktion in Potsdam hatte vor allem Parteichef Jörg Meuthen betrieben. Vergangenen Mai stimmte eine Mehrheit im Bundesvorstand für den Ausschluss des ehemaligen Fallschirmjägers.

Verbindungen zu Neonazi-Organisationen

Kalbitz war neben dem Thüringer Landeschef Björn Höcke prominentester Vertreter des "Flügels" in der AfD. Der Bundesverfassungsschutz stufte die rechtsnationale Bewegung als rechtsextrem ein. Die Gruppierung sagte daraufhin ihre Selbstauflösung zu. Der Bundesvorstand hatte Kalbitz die Parteimitgliedschaft wegen verschwiegener Mitgliedschaften in anderen Organisationen entzogen. Demnach war er Mitglied bei der Partei "Die Republikaner" gewesen. Zudem habe er Verbindungen zu Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) gehabt. Die Organisation wird als neonazistisch eingestuft.

Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion Alexander Gauland hatte den Rauswurf von Kalbitz als falsch und sehr gefährlich für die Partei kritisiert. Auch Co-Parteichef Tino Chrupalla lehnte den Ausschluss ab. Meuthen hatte sich wiederholt zuversichtlich gezeigt, dass der Fall Kalbitz die Partei nicht spalten werde. (Reuters, 25.7.2020)