Das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat von Cape Canaveral aus einen weiteren Schwarm Satelliten seines Starlink-Programms ins All gebracht. Bei der bislang zehnten Starlink-Mission waren 57 Stück sowie zwei Satelliten des Unternehmens BlackSky an Bord.

Ziel von Starlink ist der Aufbau eines dichten Satellitennetzwerks, das weltweiten Internetzugang ermöglichen soll. Die jeweils über 200 Kilogramm schweren Satelliten sollen Daten von Bodenstationen bekommen und untereinander mit Hilfe von Lasern weiterleiten. Im Vergleich zu bisheriger Satelliten-Kommunikation sollen sie deutlich kürzere Verzögerungszeiten gewährleisten. Über 500 dieser Satelliten sind seit 2019 bereits im Orbit, tausende sollen noch folgen.

In Cape Canaveral mittlerweile ein vertrauter Anblick: Eine Falcon-9-Rakete bringt Starlink-Satelliten ins All (Archivbild von einem Start im April).
Foto: AP Photo/John Raoux

Nach den Starts der ersten Schwärme gab es jedoch unerwartete Kritik: Mit Orbits von 550 Kilometer Höhe fliegen sie sehr niedrig und sind besonders kurz nach Sonnenuntergang wegen der Reflexion des Sonnenlichts sehr auffällig. Im Frühjahr waren bereits viele Sichtungen der bis dahin gestarteten Satelliten gemeldet worden. Und vor allem für astronomische Beobachtungen wurden die Starlink-Satelliten zum Störfaktor.

Nach Experimenten mit einer dunkleren Farbe wurden die neuen Satelliten schließlich mit einem neuartigen Visier ausgestattet. Sven Melchert, Vorsitzender des Vereins Vereinigung der Sternfreunde, erklärt: "Das geht auf ein Abkommen mit Profiastronomen zurück, denn ohne diese Blende würden Starlink-Satelliten in Zukunft viele astronomische Beobachtungen erheblich einschränken." Die Positionen der Starlink-Satelliten sind für den eigenen Standort unter heavens-above.com abfragbar. (red, APA, 8. 8. 2020)