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Irans Kommunikationsminister Mohamed Javad Azari Jahromi hat offiziell für eine Aufhebung des Twitter-Verbots im Land plädiert. Der Kurznachrichtendienst stehe aus sicherheitstechnischen Erwägungen auf einer schwarzen Liste der Justiz und Internetpolizei und sei daher verboten.

Dieses Verbot wolle Minister Jahromi nun revidieren lassen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Sonntag. Jaromi, mit 37 Jahren der jüngste Minister im Kabinett von Präsident Hassan Rouhani, hat sich seit seinem Amtsantritt im August 2017 vehement für mehr Internetfreiheiten im Iran eingesetzt und die Einschränkungen diesbezüglich stets kritisiert.

Tausende Internetseiten gesperrt

Besonders das Twitter-Verbot im Iran ist nach Ansicht von Jahromi und vielen Beobachtern eines der absurdesten Gesetze im Land, da fast alle führenden iranischen Politiker auf Twitter aktiv sind. Unter ihnen sind auch Präsident Rouhani, Außenminister Mohammed Javad Zarif und sogar Offizielle aus dem Lager der Konservativen und Hardliner.

Im Iran sind Tausende Internetseiten gesperrt, doch die Verbote werden von den Iranern meist ignoriert. Nach einer aktuellen Studie ist mehr als die Hälfte der 82 Millionen Iraner Mitglied in mindestens einem der verbotenen sozialen Netzwerke. Zugang zu den gefilterten Seiten verschaffen sie sich über Datentunnel. (APA/dpa,9.8.2020)